Wie hoch sollten Pflanzenlampen aufgehängt werden
Wenn Sie gerade erst mit dem Anbau beginnen, kann es für Sie schwierig sein, die richtige Aufhängehöhe der Pflanzenbeleuchtung einzuschätzen. Wie hoch die Leuchten aufgehängt werden sollten, hängt nicht nur von ihrer Leistung ab, sondern auch vom Alter der Pflanzen und weiteren Faktoren. In diesem Artikel erklären wir Ihnen, wie Sie die Aufhängehöhe verschiedener Lichttypen je nach Wachstumsphase der Pflanzen bestimmen.
Beim Indoor-Growing ist Licht einer der wichtigsten Faktoren, die die Entwicklung der Pflanzen beeinflussen. Während die Beleuchtungsdauer darüber entscheidet, ob die Pflanzen blühen oder ihre Energie in das vegetative Wachstum investieren, ist die Lichtintensität entscheidend für die Menge an Energie, die sie durch Photosynthese aufnehmen. Bekommen die Pflanzen genau die richtige Lichtmenge, wachsen sie schnell und entwickeln sich entsprechend ihrer genetischen Voraussetzungen. Zu intensives Licht verbrennt die Blätter, bei Lichtmangel hingegen bilden die Pflanzen lange, dünne Stängel und wachsen langsam.
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Die beste Methode zur Messung der Intensität von Pflanzenbeleuchtung ist die Photonenflussdichte (PPFD). Sie gibt an, wie viele aktive Photonen pro Sekunde auf eine bestimmte Fläche treffen (μmol/m²/s). Je älter die Pflanzen sind, desto mehr Licht können sie bei der Photosynthese effektiv nutzen.
- PPFD für Sämlinge: 200 bis 400 μmol/m²/s
- PPFD für Pflanzen in der vegetativen Phase: 400 bis 600 μmol/m²/s
- PPFD für die Blütephase: 600 bis 1000 μmol/m²/s
- Bei CO₂-Supplementierung: bis zu 1.000 μmol/m²/s in der Wachstumsphase und bis zu 1.500 μmol/m²/s in der Blütephase.
LED-Pflanzenlampen sind so konzipiert, dass sie in einem bestimmten Abstand zu den Pflanzen die größte Fläche bei idealer PPFD für Wachstum und Blüte ausleuchten. Diese Angabe finden Sie in der Regel im Handbuch. Es wird nicht empfohlen, eine größere Fläche zu beleuchten, als der Leistung der Lampe entspricht. Das Ergebnis wären schwache Pflanzen und langsames Wachstum. Wenn Sie eine Lampe mit Dimmer besitzen, können Sie die Intensität einfach über einen Drehregler anpassen. Haben Sie eine Leuchte ohne Dimmfunktion, hängen Sie sie in den ersten Tagen und Wochen des Pflanzenlebens höher über die Pflanzen und senken Sie sie schrittweise ab.
Ungefähre Aufhängehöhe von LED-Modulen für verschiedene Wachstumsphasen je nach Leistungsaufnahme (W)
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Leistung der Lampe |
Sämlinge |
Vegetatives Wachstum |
Blüte |
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200 W |
50 cm und mehr |
30 bis 50 cm |
20 bis 40 cm |
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400 W |
70 cm und mehr |
50 bis 70 cm |
35 bis 55 cm |
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600 W |
100 cm und mehr |
75 bis 100 cm |
45 bis 75 cm |
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800 W |
110 cm und mehr |
80 bis 110 cm |
50 bis 85 cm |
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1000 W |
120 cm und mehr |
90 bis 120 cm |
55 bis 90 cm |
HPS- und HID-Entladungslampen
Wenn Sie Ihre Pflanzen mit Hochdruck-Natriumdampflampen beleuchten, halten Sie sich an folgende Richtwerte:
- 250 W HPS – effektive Ausleuchtung von 0,3 m² Anbaufläche; optimale PPFD für Wachstum und Blüte bei einem Abstand von 30 cm zu den Pflanzenspitzen
- 400 W HPS – effektive Ausleuchtung von 0,5–1 m² Anbaufläche; optimale PPFD bei einem Abstand von 30–40 cm
- 600 W HPS – effektive Ausleuchtung von 1–1,4 m² Anbaufläche; optimale PPFD bei einem Abstand von 40–50 cm
- 1000 W HPS – effektive Ausleuchtung von 1–1,5 m² Anbaufläche; optimale PPFD bei einem Abstand von 70 cm
Auch wenn es kompliziert klingt, erkennen Sie bereits nach wenigen Anbauzyklen, ob Ihre Pflanzen zu viel, zu wenig oder genau die richtige Menge Licht erhalten. Erste Anzeichen von Lichtverbrennungen sind verbrannte Blattspitzen oder gelbliche, ausgebleichte Punkte auf den Blättern – meist in der Nähe der Spitzen, die der Lampe am nächsten sind. Wenn Sie solche Schäden bemerken, reduzieren Sie die Lichtintensität. Wirken die Pflanzen hingegen schwach, strecken sich dem Licht entgegen oder bilden Blätter ohne Chlorophyll, sollten Sie die Beleuchtung verstärken. Möchten Sie die Lichtintensität wirklich exakt messen, empfiehlt sich ein PAR-Messgerät.
Weitere nützliche Tipps und Anleitungen für Indoor- und Outdoor-Grower finden Sie im Higarden Blog.