Unterschätzen Sie nicht den Luftaustausch und die Luftzirkulation im Anbaubereich.
Tipps für Indoor-Grower sind ein fester Bestandteil unseres Blogs. Dieses Mal beschäftigen wir uns mit frischer Luft und ihrer Bewegung im Anbaubereich, wo alles dafür getan werden muss, dass das Klima nicht außer Kontrolle gerät. Welche Luft atmen Ihre Pflanzen also? Davon hängt zu einem großen Teil auch ihr Zustand ab. Vielleicht ist es an der Zeit, die Luft endlich in Bewegung zu bringen! Lesen Sie, wie Sie dafür sorgen, dass die Luft in der Growbox richtig zirkuliert.

Es ist geradezu erstaunlich, dass der regelmäßige Luftaustausch oder die richtige Luftzirkulation beim Indoor-Anbau trotz der heutigen Verfügbarkeit von Informationen zu den am meisten unterschätzten Aspekten überhaupt gehören. Das klare Ziel dieses Artikels ist es daher, die Bedeutung dieser Aspekte zu erklären und in Erinnerung zu rufen. Pflanzen, die frei in der Natur wachsen, erhalten automatisch eine ständige Versorgung mit frischer Luft, die ausreichend Sauerstoff und Kohlendioxid enthält und frei durch die Vegetation strömt. Dadurch wird gleichzeitig auch der Abtransport angesammelter Feuchtigkeit gewährleistet.
Die Natur beherrscht das natürlich perfekt. Warum jedoch noch immer so mancher Anbauer diese Prozesse ignoriert, ist in der Welt des Indoor-Gärtnerns nach wie vor ein kleines Rätsel. Wenn wir nämlich ein geschlossenes Gewächshaus nutzen oder uns ein Growzelt beziehungsweise gleich einen ganzen Raum für den Indoor-Anbau zur Verfügung steht, müssen wir mit völlig anderen Bedingungen rechnen als unter freiem Himmel und versuchen, die Natur mithilfe bewährter Methoden nachzuahmen.
Nach Ansicht erfahrener Anbauer sollten wir uns nicht davon „einlullen“ lassen, dass die Pflanzen auf den ersten Blick recht gesund aussehen und auch ganz gut wachsen. Eine solche Einstellung könnte Sie unnötigerweise sogar mehrere Dutzend Prozent des möglichen Ertrags kosten! Es wäre sicherlich schade, auf höhere Erträge zu verzichten. Deshalb teilen wir die folgenden Ratschläge für ein perfektes Klima im Anbaubereich in zwei Teile:
- Luftaustausch
- Luftzirkulation
Wahrscheinlich wissen Sie bereits, dass Pflanzen, die zur Photosynthese fähig sind, Kohlendioxid (CO2) verbrauchen, während sie während der Nacht vor allem Sauerstoff aufnehmen. Die Luftfeuchtigkeit innerhalb eines geschlossenen Anbaubereichs steigt aufgrund ihrer Transpiration. Da eine geschlossene Anbauumgebung, beispielsweise ein mittelgroßes Growzelt, eine intensive künstliche Grow-Beleuchtung benötigt, die das Sonnenlicht für die darin befindlichen Pflanzen teilweise bei Entladungslampen beziehungsweise vollständig bei einem Vollspektrum-Leuchtmittel ersetzt, gleichzeitig aber neben dem Licht auch eine beträchtliche Menge Wärme an die Umgebung abgibt, neigt diese dazu, sich im Growzelt oder im Raum anzusammeln. Steigende Temperatur und Luftfeuchtigkeit in einer geschlossenen Umgebung ... Sie haben sich bei diesen Worten vermutlich schnell vorgestellt, welches Szenario ohne ausreichende Belüftung im Anbauraum entstehen würde. Die Transpirationsaktivität der Pflanzen würde allmählich nachlassen. Sie könnten sich also nicht auf natürliche Weise abkühlen, was zu ihrem Absterben führen würde.
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1. Luftaustausch
Im Hinblick auf den Luftaustausch im Anbaubereich muss zunächst zwischen zwei Umgebungstypen unterschieden werden: offen und geschlossen.
- Wenn wir von einer geschlossenen Indoor-Anlage im eigentlichen Sinne sprechen, gehen wir von einer automatisch gesteuerten Belüftung und einer CO2-Zufuhr aus (siehe separaten Artikel: Pflanzenanbau und Kohlendioxid. Wie und warum wird es eingesetzt?). In der Praxis handelt es sich jedoch meist um professionell ausgestattete Anbauräume für kommerzielle Anbauer.
- Derzeit geht es uns eher um den Anbau zu Hause. In diesem Fall bezeichnen wir das System als offen. Dabei führt ein zuverlässiger Abluftventilator die Luft aus dem Growzelt oder Raum ab, während frische Luft in den Anbaubereich strömt. Dies sind zwei Möglichkeiten, wie Sie dies bequem zu Hause effektiv umsetzen können:
- Aktive Luftzufuhr – hierfür werden zwei Ventilatoren benötigt. Das leistungsstärkere Gerät dient zur Abluft (der sogenannte Abluftventilator). Wie Sie sicherlich bereits richtig vermuten, dient der zweite Ventilator in diesem Schema zur Zuluft. In der Regel reicht es aus, wenn er eine geringere Leistung als der Abluftventilator hat. Unterdruckregler ermöglichen die einfache gleichzeitige Steuerung beider Ventilatoren und die Optimierung ihrer Leistung.
- Passive Luftzufuhr – frische Luft wird durch den Unterdruck in den Anbaubereich geleitet, der durch den Abluftventilator erzeugt wird. Wenn Sie auf passive Luftzufuhr setzen, dürfen Sie keinesfalls vergessen, dass die Fläche der Eintrittsöffnung für die passive Zuluft im Vergleich zur Fläche des Abluftrohrs mindestens doppelt so groß sein sollte! Nur so verhindert man, dass im Growzelt oder in der Indoor-Anlage ein zu starker Unterdruck entsteht, der eine unzureichende Versorgung der Pflanzen mit frischer Luft zur Folge hätte.
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Zu den häufigsten Fragen von Indoor-Anfängern gehört, welche Faktoren bei der Auswahl der Belüftung für die Growbox am wichtigsten sind. Berücksichtigen Sie daher immer vor allem die folgenden Punkte:
- Wie groß ist das Gesamtvolumen des Anbaubereichs, den Sie nutzen werden?
- Wie hoch sind die (durchschnittliche) Temperatur und Luftfeuchtigkeit der Luft, die in den Anbaubereich geleitet wird?
- Welche Grow-Beleuchtung werden Sie im Growzelt oder Raum verwenden?
- Wie viele Pflanzen planen Sie im Anbaubereich anzubauen? Wie stark wird er ausgefüllt sein?
- Es gibt noch einen sehr wichtigen Faktor, ohne den diese Übersicht nicht vollständig wäre: der Rohrwiderstand.
Kommen wir zum ersten Punkt zurück: Es ist wichtig zu erwähnen, dass das gesamte Luftvolumen im Anbaubereich mindestens alle 5 Minuten und idealerweise jede Minute ausgetauscht werden sollte! Beispiele gibt es nie genug. Stellen wir uns daher zur Veranschaulichung ein Growzelt mit einem Volumen von 2 m2 vor. Auch wenn es den Anschein haben mag, dass ein Ventilator mit einem Luftdurchsatz von 120 m3/h in diesem Fall gerade ausreichend wäre, greift ein erfahrener Indoor-Grower zu einem Ventilator, der mindestens den doppelten Luftdurchsatz ermöglicht, da er zusätzlich mit dem Rohrwiderstand (siehe letzter Punkt) und dem Geruchsfilter rechnen muss. Noch mehr Reserve sollte eingeplant werden, wenn die Rohre lang oder verwinkelt sind. Einfach gesagt: Je länger und komplizierter Ihr Rohrsystem ist, desto mehr Arbeit hat der Ventilator mit der Abluft. Daher sollte er über eine entsprechend hohe Leistung verfügen. Es ist immer besser, eher eine höhere Leistung zur Verfügung zu haben, die sich mithilfe von Reglern problemlos reduzieren lässt, als aufgrund des Bedarfs an mehr Leistung einen völlig neuen, stärkeren Ventilator anschaffen zu müssen.
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2. Luftzirkulation
Es ist eine Sache, zu verhindern, dass Pflanzen, die in einer geschlossenen Umgebung angebaut werden, durch ihre Blätter etwas anderes als frische Luft atmen. Viele Anbauer vergessen jedoch, dass Luftaustausch und Luftzirkulation zusammengehören.
Deshalb muss auch auf die richtige Luftzirkulation geachtet werden. Sie ist in einem geschlossenen Raum mit mehreren Kubikmetern ebenfalls von entscheidender Bedeutung, wenn wir das genetische Potenzial der angebauten Pflanzen maximal ausschöpfen möchten.
Aber Vorsicht! Alles in Maßen. Wenn Sie es mit der Luftströmung, die durch Umluftventilatoren erzeugt wird, unnötig übertreiben, setzen Sie Ihre Pflanzen unerwünschtem Stress aus und können sogar ihre Blätter beschädigen. Aus diesen Gründen ist es wichtig, den Umluftventilator im Growzelt oder Raum immer so zu platzieren, dass die Luft auf Höhe der Pflanzenspitzen bläst. Eine wirklich gleichmäßige Luftzirkulation und das damit verbundene homogene Klima im Anbaubereich erreichen Sie durch die Installation mehrerer Umluftventilatoren. Alles Wissenswerte darüber erfahren Sie in einem separaten Artikel: Wie wählt man einen Umluftventilator aus?

Und dies sind drei Gründe, warum wir niemanden kennen, der in einem Growzelt keine Umluftventilatoren verwendet:
- Photosynthetisierende Pflanzen verbrauchen Kohlendioxid. Sie geben Sauerstoff und Feuchtigkeit ab. In unmittelbarer Nähe der Blätter sammelt sich daher allmählich ein Klima an, das sozusagen „ausgeatmet“ ist und den Blättern der Pflanzen kein normales Funktionieren mehr ermöglicht.
- Frische Luft, die gerade in den Anbaubereich geleitet wurde, wird durch Umluftventilatoren wirksam vermischt. Dadurch entstehen im Growzelt oder Raum keine Bereiche mit unterschiedlichen Temperaturen und eine Überhitzung der Pflanzenblätter wird verhindert.
- Was für die Natur selbstverständlich ist, ersetzt im Indoor-Anbau wiederum der Umluftventilator. Durch seine Tätigkeit werden die Pflanzenstängel aufgrund der Luftströmung leicht bewegt, wodurch sie auf natürliche Weise kräftiger werden müssen. Die Blätter der Pflanzen sollten sich ständig leicht bewegen. Dadurch sehen Sie gleichzeitig deutlich, ob die Luft im Anbaubereich ständig zirkuliert. Diese Kontrolle ist bei Growzelten mit Sichtfenstern in der Konstruktion am einfachsten, wie beispielsweise beim BudBox PRO XL (siehe separaten Artikel: BudBox – stabile Growzelte sind in England die Nummer eins).
Nach dem Lesen der obigen Zeilen sollten Sie keinerlei Zweifel mehr daran haben, dass eine kontinuierliche und zugleich ausreichende Versorgung aller Blätter in einem geschlossenen Anbausystem mit frischer Luft eine grundlegende Voraussetzung für eine effektive Photosynthese und damit auch für hohe Erträge im Indoor-Anbau ist.
Möchten Sie uns etwas fragen? Sie erreichen uns unter der bekannten E-Mail-Adresse info@higarden.de. Wir beraten Sie gerne beispielsweise bei der Auswahl der richtigen Belüftung.
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