Anbau auf Balkon und Terrasse: Alles, was Sie für den Anfang wissen müssen
Möchten Sie ein paar Pflanzen zu Ihrer Freude anbauen und haben Sie weder einen eigenen Garten noch zu Hause Platz für eine Growbox? Wenn Ihnen zumindest ein kleiner Balkon oder eine Terrasse zur Verfügung steht, lassen sich auch dort schöne Blüten anbauen. Sie müssen nur wissen, wie Sie den Anbau richtig organisieren, die passenden Sorten auswählen und die Pflanzen gut pflegen.
Hat der Anbau auf dem Balkon oder der Terrasse irgendwelche Vorteile? Aber ja. Erstens sparen Sie Geld, weil Ihnen die Sonne am Monatsende keine Stromrechnung schickt. Pflanzen, die im Freien angebaut werden, benötigen schließlich weniger Pflege als Pflanzen in der Growbox – und das gilt auch für Balkonpflanzen. Nicht zuletzt haben Sie die Pflanzen auf dem Balkon oder der Terrasse Ihres Hauses stets in Reichweite und im Blick. Dadurch können Sie sich jederzeit um sie kümmern und mögliche Probleme rechtzeitig erkennen.
Welcher Balkon eignet sich für den Anbau und worauf ist zu achten?
Damit sich Ihr Anbau lohnt, sollten Ihr Balkon oder Ihre Terrasse zumindest grundlegende Kriterien erfüllen. Die Pflanzen müssen möglichst viel Sonne bekommen. Ideal ist ein Balkon oder eine Terrasse an der Südseite des Hauses. Im Schatten wachsen Ihre Pflanzen zwar ebenfalls, aber sie bleiben schwach und der Ertrag fällt gering aus.
Unter bestimmten Umständen kann es vorkommen, dass die Pflanzen zu viel Licht bekommen, was zu einer Aufhellung der Blätter sowie zu Licht- und Hitzestress führt. Dies geschieht am häufigsten bei jungen Pflanzen, die einer zu intensiven Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind. An heißen Sommertagen kann die Mittagssonne jedoch auch für ausgewachsene Pflanzen zu intensiv sein. Das gilt insbesondere, wenn Sie mitten im Betondschungel einer Großstadt leben, wo die Temperaturen sehr hoch steigen können. In diesem Fall sollten Sie die Pflanzen während der Mittagsstunden besser in den Halbschatten stellen.
Der letzte Punkt, den Sie beim Anbau auf dem Balkon oder der Terrasse berücksichtigen sollten, ist die Lichtverschmutzung. Photoperiodische Sorten benötigen für die Blüte jede Nacht eine ausreichend lange und ungestörte Dunkelphase. Wenn beispielsweise jede Nacht Straßenbeleuchtung oder Licht aus einem benachbarten Fenster auf die Pflanzen scheint, kann es passieren, dass sie nicht blühen. In diesem Fall ist es besser, selbstblühende Sorten anzubauen, deren Saatgut als „autoflower“ gekennzeichnet ist.
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Größe des Pflanztopfs
Auf dem Balkon anzubauen bedeutet, die Pflanzen in Pflanztöpfen zu setzen. Falls das bei Ihnen nicht der Fall ist, schreiben Sie uns – wir möchten Ihren Balkon sehen. Für den Anbau im Pflanztopf gilt: Je größer das Gefäß, desto größer die Pflanzen und desto höher die Erträge. Wer hingegen etwas unauffälliger bleiben möchte, kann die Pflanzen in kleinere Anbaugefäße setzen, sodass sie nicht ganz so groß werden.
Auf Balkonen und Terrassen ist es keine besonders gute Idee, in Pflanztöpfen mit weniger als 10 Litern Fassungsvermögen anzubauen. Das Substrat in so kleinen Gefäßen trocknet in der Sonne sehr schnell aus, sodass Sie die Pflanzen mehrmals täglich gießen müssten. Der Standard für den Anbau im Freien sind Pflanztöpfe mit einem Fassungsvermögen von etwa 20 Litern. Wenn Sie Ihren Pflanzen jedoch etwas Luxus gönnen möchten, müssen Sie auch vor Pflanztöpfen mit einem Fassungsvermögen von 50 Litern oder mehr nicht zurückschrecken. Dadurch bieten Sie den Pflanzen ein ausgewogenes Umfeld, mehr Platz für die Wurzeln und mehr Nährstoffe für ein üppiges Wachstum. Außerdem müssen Sie sie nicht so häufig gießen.
Welcher Pflanztopftyp eignet sich am besten für den Anbau auf dem Balkon oder der Terrasse? Mit einem klassischen Kunststoff-Pflanztopf machen Sie sicherlich nichts falsch. Wir empfehlen jedoch eine weiße Variante, die das Licht besser reflektiert als schwarzer Kunststoff und die Wurzeln vor Überhitzung schützt. Ein Nachteil von Kunststoffgefäßen ist, dass sie bei Windböen leicht umkippen. Eine bessere Lösung für den Anbau auf windigen Balkonen sind Stofftöpfe, die stabiler sind. Außerdem sind sie atmungsaktiv und ermöglichen den Wurzeln eine bessere Sauerstoffversorgung, wodurch sie ihr Wachstum fördern.
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Welche Sorten eignen sich am besten für den Anbau auf dem Balkon oder der Terrasse?
In der Welt des modernen Anbaus können Sie zwischen Tausenden verschiedener Sorten aus aller Welt wählen. Nicht alle eignen sich jedoch für den Anbau auf dem Balkon oder der Terrasse. Vermeiden Sie vor allem langsam reifende äquatoriale Sorten, die manche als Sativas bezeichnen. Sie blühen nicht nur lange und werden bei uns möglicherweise nicht rechtzeitig reif, sondern wachsen auch sehr hoch und können auf begrenztem Raum schwer zu kontrollieren sein. Besser geeignet sind kompaktere Sorten, die manchmal als Indicas bezeichnet werden, oder Hybriden aus Sativa und Indica, die sich durch eine kürzere Blütezeit von etwa acht Wochen und eine Wuchshöhe von bis zu 1,5 Metern auszeichnen.
Wie wir bereits in den vorherigen Abschnitten erwähnt haben, ist die Lichtverschmutzung beim Anbau im Freien in bewohnten Gebieten ein großes Problem, da sie die Blüte der Pflanzen beeinflussen kann. Deshalb sind Autoflower-Sorten wahrscheinlich die beste Wahl für den Anbau auf dem Balkon oder der Terrasse. Sie blühen unabhängig von der Länge des Tages und der Nacht, sodass sie durch künstliches Licht nicht aus dem Rhythmus gebracht werden. Ein weiterer Vorteil selbstblühender Pflanzen ist, dass sie normalerweise nicht so hoch werden wie ihre photoperiodischen Verwandten.
Wenn es Ihnen vor allem auf eine möglichst große Ernte ankommt, ist der Anbau aus feminisiertem Saatgut eine gute Idee. Daraus wachsen ausschließlich weibliche Pflanzen, sodass Sie sich weder mit dem Entfernen männlicher Pflanzen beschäftigen noch eine versehentliche Bestäubung befürchten müssen.
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Pflanzenhöhe, Geruch und weitere Sicherheitsmaßnahmen
Auch wenn der Anbau inzwischen legal ist, müssen Sie Ihre Nachbarn nicht durch Ihr Vorgehen belästigen. Vor allem in bebauten Gebieten kann Ihr kleiner Garten die Umgebung stören. Gegen das charakteristische Aroma der Pflanzen können Sie wahrscheinlich nicht viel ausrichten. Es hilft, wenn Sie in der Umgebung Ihres Gartens weitere aromatische Pflanzen wie Minze, Basilikum, Thymian, Rosmarin und andere Kräuter setzen. Überraschend intensiv und bis zu einem gewissen Grad ähnlich ist der Geruch von Tomaten.
Wenn Sie die Pflanzen vor neugierigen Blicken schützen müssen, sollten Sie dies so tun, dass sie nicht zu stark beschattet werden. Überraschend wirksam ist es – zumindest aus größerer Entfernung –, künstliche Blüten zwischen den Pflanzen aufzuhängen, die ihr tatsächliches Aussehen teilweise kaschieren.
Wachstum und Form der Pflanzen können Sie durch Beschneiden, Biegen, das Einflechten in Netze oder auch durch Brechen beeinflussen. Die grundlegende Methode zur Formgebung von Pflanzen ist das Beschneiden der Triebspitzen. Damit können Sie etwa in der zweiten Woche nach dem Keimen des Saatguts beginnen, sofern die Sämlinge mindestens drei Etagen echter Blätter haben. Je häufiger Sie die Triebspitzen während der vegetativen Phase beschneiden, desto niedriger und buschiger werden die Pflanzen. Dies gilt jedoch nur für Pflanzen, die von der Photoperiode abhängig sind. Selbstblühende Pflanzen werden nicht beschnitten, können während des Wachstums aber gebogen werden.
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Ganz gleich, ob Sie einen kleinen Balkon oder eine geräumige Terrasse haben – es gibt immer eine Möglichkeit, den vorhandenen Raum optimal zu nutzen. Möchten Sie sich weiter verbessern? Im higarden Blog finden Sie weitere ausführliche Anleitungen und praktische Erfahrungen.