Drei Pflanzen outdoor anbauen – Teil 5: Schutz der Pflanzen vor Schädlingen

In der zweiten Junihälfte beginnt der astronomische Sommer und die Freiluftsaison nimmt Fahrt auf. Die steigenden Temperaturen und sonnigen Tage kommen jedoch nicht nur den Pflanzen zugute, sondern auch den tierischen Schädlingen. In deutschen Gärten und Gewächshäusern treffen wir am häufigsten auf Schnecken, Spinnmilben, Weiße Fliegen und verschiedene Arten von Raupen. Im fünften Teil der Serie „Drei Pflanzen outdoor anbauen“ nehmen wir uns die häufigsten tierischen Schädlinge in deutschen Gärten vor.

Im letzten Teil haben wir uns mit der Düngung in der vegetativen Phase beschäftigt und gelernt, wie Sie Pflanzen richtig gießen und zurückschneiden. Wenn alles nach Plan läuft, sollten Ihre Pflanzen große Blätter mit einer gesunden grünen Farbe haben und kräftig wachsen. Was sie jedoch gefährden kann, sind tierische Schädlinge. Beim Anbau im Freien lassen sie sich praktisch nicht vermeiden. Deshalb verwenden vorausschauende Outdoor-Grower in der Regel eine Reihe von vorbeugenden Maßnahmen und warten nicht, bis ein Befall ausbricht.

Eine gute Vorgehensweise ist es, in der Umgebung der Pflanzen Leimtafeln aufzustellen, die dabei helfen, das Auftreten von Schädlingen zu überwachen und teilweise auch als Schutzbarriere dienen. Verschiedene Farben der Leimtafeln ziehen unterschiedliche Insektenarten an. Beim Anbau im Freien sind auch vorbeugende Schutzsprays gegen Insekten mit natürlichen Pestiziden wirksam. Eine gute Vorgehensweise ist das Anpflanzen von unterstützenden Arten in der Umgebung der Beete, die natürliche Fressfeinde von Insekten anlocken und Schädlinge abwehren. Dabei handelt es sich häufig um duftende Kräuter, die Sie in der Küche verwenden können!

Schnecken

Schnecken_optimiertSchnecken finden wir praktisch in jedem Garten, und besonders für frisch umgepflanzte Setzlinge und junge Pflanzen stellen sie eine große Gefahr dar. Schnecken ernähren sich von Blättern und sind nachts nach Regen oder dem Gießen des Gartens am aktivsten. Schnecken auf Pflanzen erkennen Sie leicht an angefressenen Blättern und schleimigen Spuren.

Die Vorbeugung gegen Schnecken besteht darin, die Anzahl der Orte zu minimieren, an denen sie sich vor der Hitze verstecken und vermehren können. Schneckeneier finden Sie häufig unter Steinen, alten Holzstücken oder auch unter Untersetzern von Blumentöpfen. Je weniger solcher Orte vorhanden sind, desto geringer ist die Anzahl der Schnecken in Ihrem Garten.

Der Schutz von Pflanzen vor Schnecken in Form von Kupferbändern ist beim Anbau in Blumentöpfen und Hochbeeten am wirksamsten. Es hilft auch, Sägespäne, Sand oder Asche in der Umgebung der Pflanzen zu verteilen oder entlang des Beetrands Arten mit einem intensiven Duft anzupflanzen, etwa Lavendel, Thymian oder Knoblauch.

Ein bewährtes Mittel gegen Schnecken sind ungiftige Schneckenkörner auf Eisenbasis, die lediglich in der Umgebung der Pflanzen verteilt werden müssen. Wirksam ist auch der biologische Pflanzenschutz gegen Schnecken in Form von Fadenwürmern der Gattung Phasmarhabditis.

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Spinnmilben

Spinnmilben_optimiertSpinnmilben sind tierische Schädlinge, vor denen sich viele Grower ganz besonders fürchten. Diese kleinen, spinnenähnlichen Lebewesen vermehren sich nämlich unglaublich schnell, überziehen Blätter und Blüten mit feinen Gespinsten, saugen Pflanzensaft und kriechen in jede Falte der Pflanze. Wenn der Grower nicht rechtzeitig eingreift, können Spinnmilben die Ernte innerhalb weniger Wochen vernichten. Spinnmilben sind sehr klein (nur etwa 0,4 mm) und werden anfangs leicht übersehen. Sie leben meist unter den Blättern und verraten sich durch kleine gelblich-weiße Punkte auf den Blättern und feine Gespinste.

Die Vorbeugung gegen Spinnmilben beim Anbau im Freien beruht weitgehend auf der Unterstützung der natürlichen Abwehrmechanismen der Pflanzen. Im Freien angebaute Pflanzen werden bis zu einem gewissen Grad durch Wind und regelmäßige Niederschläge geschützt, die Spinnmilben mechanisch von den Pflanzen entfernen. Auch natürliche Fressfeinde von Spinnmilben helfen, etwa Marienkäfer, verschiedene Raubmilben oder Spinnen. Ein gesunder Garten mit einer vielfältigen Tierwelt ist somit der erste Schutz vor der Vermehrung von Spinnmilben.

Der Schutz von Pflanzen vor Spinnmilben in Form vorbeugender Spritzungen ist in der Regel die bessere Lösung, als den Schädlingen zu erlauben, sich auf den Pflanzen anzusiedeln. Wirksame natürliche Spritzmittel gegen Spinnmilben sind Ölemulsionen (Biocont NeemAzal, Rock Effect) oder universelle natürliche Pflanzenschutzsprays und Seifen (BioBizz Leaf CoatCanna CureNATURABHB MMSpider Plant). Wenden Sie das vorbeugende Spray während des gesamten vegetativen Zyklus regelmäßig gemäß den Empfehlungen des Herstellers auf den Pflanzen an.

Ein bewährtes Mittel gegen Spinnmilben sind chemische Spritzmittel gegen Spinnmilben und saugende Insekten, sogenannte Akarizide (Biocont PREV-GUARD, AgroBio Karate, SmC Spidermite Control, Agro Sviluška STOP, Spruzit Pest Free, Nissorun). Diese Pestizide haben häufig eine lange Wartezeit und dürfen beim Anbau von Heilpflanzen nur an Pflanzenteilen angewendet werden, die nicht zum Verzehr bestimmt sind, und ausschließlich während der vegetativen Phase. Machen Sie sich vor der Anwendung stets gründlich mit den Risiken des jeweiligen Präparats vertraut.

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Blattläuse

Blattläuse_optimiertBlattläuse ist die Sammelbezeichnung für eine Gattung tierischer Schädlinge mit vielen spezifischen Unterarten. In unseren Gärten treffen wir am häufigsten auf Blattlausarten, die auf den Blättern leben, dort Pflanzensaft saugen, die Pflanzen schwächen und Krankheiten sowie Krankheitserreger übertragen. Ausgewachsene Blattläuse werden 4–6 mm groß, sind je nach Art gelb, grün oder braun gefärbt und können Flügel haben, müssen es aber nicht. Blattläuse leben häufig in Symbiose mit Ameisen, die Honigtau trinken, ein süßes Sekret, das Blattläuse hinterlassen. Typische Anzeichen eines Blattlausbefalls sind verdrehte Blätter und klebrige Spuren.

Die Vorbeugung gegen Blattläuse beim Outdoor-Anbau ist ähnlich wie bei Spinnmilben. Gesunde Pflanzen und ein vielfältiger Garten sind die erste und wichtigste Verteidigungslinie. Blattläuse haben ein breites Spektrum natürlicher Feinde, von Marienkäfern über die Larven von Schwebfliegen, Florfliegen und Raubwanzen bis hin zu parasitischen Schlupfwespen.

Natürliche Schutzsprays gegen Blattläuse sind eine wirksame Vorbeugung, ebenso wie bei Spinnmilben und anderen tierischen Schädlingen (siehe oben).

Ein bewährtes Mittel gegen Blattläuse sind chemische Insektizide gegen saugende Insekten. Blattläuse entwickeln jedoch schnell Resistenzen gegen diese Mittel, und chemische Pestizide sollten niemals außerhalb der vegetativen Phase eingesetzt werden. Machen Sie sich vor der Anwendung stets gründlich mit der Gebrauchsanweisung und den Risiken des jeweiligen Präparats vertraut.

Weiße Fliegen

Weiße_Fliegen_optimiertWeiße Fliegen (Aleyrodidae) sind kleine weiße, mit Blattläusen verwandte Fliegen, die sich ebenfalls vom Saugen des Pflanzensafts ernähren. Beim Anbau im Freien treten Weiße Fliegen am häufigsten in Gewächshäusern auf, wir finden sie jedoch auch beim Anbau in Hochbeeten und Blumentöpfen. Ausgewachsene Weiße Fliegen sind leicht zu erkennen. Die 1–2 mm langen Fliegen schwirren gewöhnlich in unmittelbarer Nähe der Pflanzen umher oder sitzen auf den Blättern. Charakteristisch für Weiße Fliegen ist das Ablegen der Eier auf der Blattunterseite in kreisförmiger Anordnung.

Die Vorbeugung gegen Weiße Fliegen beim Outdoor-Anbau besteht wie bei anderen Schädlingen (siehe oben) aus regelmäßigen Spritzungen und der Förderung der Biodiversität im Garten. Weiße Fliegen werden von der Farbe Gelb angezogen, und gelbe Leimtafeln sind eine wirksame Möglichkeit, einen Befall zu erkennen und teilweise einzudämmen.

Schutzsprays gegen Weiße Fliegen sind in Form von Pflanzenölen am wirksamsten, insbesondere wenn diese indisches Neem enthalten (Biocont NeemAzal).

Ein bewährtes Mittel gegen Weiße Fliegen sind chemische Insektizide gegen saugende Insekten, wobei alle Besonderheiten ihrer Anwendung zu berücksichtigen sind (siehe oben). Allerdings kommt es nur selten vor, dass Weiße Fliegen Pflanzen so stark gefährden, dass der Einsatz derart drastischer Mittel erforderlich ist.

Raupen

Raupen_optimiertRaupen sind die Larven von Schmetterlingen und Nachtfaltern, die sich von den Blättern der Pflanzen ernähren und beim Anbau von Pflanzen auf Feldern häufig ein Problem darstellen. In Hausgärten kommt es nur selten zu einer massenhaften Vermehrung von Raupen, und in der Regel stellen sie für Grower kein ernsthaftes Problem dar.

Die Vorbeugung gegen Raupen besteht in der Einhaltung der Prinzipien des integrierten Pflanzenschutzes (IPM), also in der Pflege des Gartens, regelmäßigen Spritzungen und der richtigen Ernährung der Pflanzen.

Nach diesem kleinen Abstecher in die Welt der Insekten kehren wir im nächsten Teil unserer Serie wieder zum Anbau zurück. Wir sprechen darüber, wie Sie die Pflanzen vor Beginn der Blüte pflegen, damit sie uns im Herbst mit einer möglichst reichen Ernte belohnen.