Erd- oder Kokos-Substrat? Wählen Sie das richtige für Ihren Garten!
Die Wahl des richtigen Substrats ist eine der wichtigsten Entscheidungen, die Sie als Grower treffen. Ob Sie sich für Erde oder Kokos entscheiden, beeinflusst nicht nur die Gesundheit der Pflanzen, sondern auch die Wahl der Dünger, die Art und Häufigkeit der Bewässerung sowie viele weitere Aspekte der Pflanzenpflege. Im folgenden Artikel stellen wir Ihnen die Vorteile des Anbaus in Erdsubstraten und Kokossubstraten vor und beraten Sie, welches davon Sie wählen sollten.
Erdsubstrate und Kokossubstrate haben vieles gemeinsam, bieten aber auch einzigartige Vorteile und Herausforderungen. Die Wahl des geeigneten Anbaumediums hängt letztlich vor allem von Ihren eigenen Bedürfnissen und denen Ihrer Pflanzen ab. Die Entscheidung fällt Ihnen leichter, wenn Sie sich mit den Stärken und Schwächen der einzelnen Erden & Substrate vertraut machen.
Erdsubstrate
Der Hauptbestandteil von Erdsubstraten (Gartensubstraten) ist Erde, die mit weiteren Bestandteilen wie Torf, Kompost, Perlit, Kokosfasern, Düngern und anderen Materialien angereichert werden kann, die ihre Eigenschaften zusätzlich verändern. Verschiedene Erdtypen können den besonderen Bedürfnissen von Pflanzen entsprechen, und Gartensubstrate eignen sich für eine große Bandbreite an Arten – von Gemüse und Obst bis hin zu Zierblumen und Kräutern.
Vorteile von Erdsubstraten
- Hohe Nährstoffverfügbarkeit
Gartensubstrate sind reich an den grundlegenden Nährstoffen NPK (Stickstoff, Phosphor, Kalium) und Spurenelementen, die natürlicherweise im Boden vorkommen. Die Menge und Verfügbarkeit dieser Nährstoffe wird durch die Zusammensetzung des Substrats und die mikrobielle Aktivität während des Anbauzyklus beeinflusst. Manchen Erdmischungen fügen die Hersteller Dünger mit langsamer Freisetzung hinzu, die ihre Fruchtbarkeit erhöhen.
- Reiches mikrobielles Leben
Erde ist der natürliche Lebensraum einer Vielzahl nützlicher Mikroorganismen wie Bakterien, Pilzen, Protozoen und anderen, die eine wichtige Rolle beim Abbau organischer Stoffe und bei der Stickstofffixierung spielen und die Verfügbarkeit von Nährstoffen für Pflanzen erhöhen. Viele Pflanzen gehen symbiotische Beziehungen mit Bodenmikroorganismen ein, beispielsweise mit Mykorrhizapilzen, die die Aufnahme von Wasser und Nährstoffen verbessern.
- Hervorragende Wasserspeicherung
Erde speichert Wasser hervorragend, wodurch die Notwendigkeit häufigen Gießens verringert wird. Die meisten Gartensubstrate enthalten neben Erde auch weitere Materialien, die die Wasserspeichereigenschaften der Mischung an die Bedürfnisse des Gärtners anpassen.
- Ausgewogene Luftigkeit und Struktur
Hochwertige Erdmischungen speichern große Mengen Wasser und sind gleichzeitig ausreichend porös, damit Sauerstoff zu den Wurzeln gelangen kann. Erde ist schwerer als andere Anbaumedien und bietet Pflanzen auch beim Anbau in Töpfen und an windigen Standorten einen festen Halt.
- Natürlich stabiler pH-Wert
Erde verfügt über eine natürliche Pufferkapazität und trägt dazu bei, den pH-Wert des Substrats stabil zu halten, was für die Verfügbarkeit von Nährstoffen und die allgemeine Gesundheit der Pflanzen unerlässlich ist.
- Preis und Verfügbarkeit
Erdsubstrate sind weit verbreitet und im Vergleich zu anderen Anbaumedien häufig auch günstiger.
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Kokossubstrate
Kokossubstrate sind moderne Anbaumedien aus Kokosfasern und werden als Alternative zu klassischen Erdmischungen immer beliebter. Sie werden in verschiedenen Formen angeboten und eignen sich für eine große Bandbreite an gärtnerischen Techniken – vom Anbau in Töpfen bis hin zur Hydroponik und zu Bewässerungssystemen. Kokossubstrate sind vielseitig einsetzbar und eignen sich sowohl für den Anbau der meisten Pflanzenarten als auch für das Klonen, die Keimung und die Anzucht von Setzlingen.
Vorteile von Kokossubstraten
- Nährstoff- und pH-neutral
Kokosfasern enthalten nur eine minimale Menge an Nährstoffen, sodass Grower den Pflanzen mithilfe von Düngern genau die Nährstoffversorgung zuführen können, die sie benötigen. Diese Präzision hilft, die Entwicklung der Pflanzen zu kontrollieren und maximale Erträge zu erzielen. Der neutrale pH-Wert von Kokossubstraten ermöglicht außerdem eine einfache Anpassung und Aufrechterhaltung des pH-Werts im optimalen Bereich für die Nährstoffaufnahme.
- Widerstandsfähigkeit gegenüber Schädlingen und Krankheiten
In Kokossubstraten treten Schädlinge und Krankheitserreger, die normalerweise im Boden vorkommen, seltener auf. Dadurch wird das Risiko eines Befalls deutlich reduziert, was Sie vor allem in geschlossenen Anbauräumen und Growboxen zu schätzen wissen werden. Viele Kokossubstrate enthalten außerdem nützliche Pilze der Gattung Trichoderma, die Pflanzen vor schädlichen Mikroorganismen schützen.
- Hervorragende Wasserspeichereigenschaften
Kokosfasern können bis zum Zehnfachen ihres Eigengewichts an Wasser speichern, leiten überschüssiges Gießwasser aber gleichzeitig effektiv ab. Dadurch versorgen sie die Wurzeln konstant mit Feuchtigkeit und verhindern Wurzelfäule sowie weitere Probleme, die mit Staunässe verbunden sind. Dieses Gleichgewicht ermöglicht es Growern, die Pflanzen häufiger zu gießen und zu düngen.
- Hervorragende Belüftung
Kokossubstrate verfügen über eine poröse Struktur, die eine hervorragende Belüftung gewährleistet und dadurch eine schnelle Entwicklung des Wurzelsystems ermöglicht. Die Kombination aus guter Wasserspeicherung und hoher Belüftung unterstützt ein intensives Wachstum.
- Pufferkapazität
Im Vergleich zu hydroponischen Systemen und Medien verfügen Kokossubstrate über eine gute Pufferkapazität und helfen, pH-Schwankungen zu stabilisieren, die Pflanzen stressen und Probleme bei der Nährstoffaufnahme verursachen können. Dadurch verzeihen sie dem Grower kleinere Fehler bei der Düngung und Bewässerung.
- Einfache Lagerung und Handhabung
Kokossubstrate sind leicht und können zu kompakten Würfeln gepresst werden, was den Transport und die Lagerung erleichtert.
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Vergleich von Kokossubstraten und Erdsubstraten
Beim Vergleich von Kokossubstraten und Erdsubstraten lassen sich mehrere Unterschiede feststellen. Während Erde von Natur aus ein breites Spektrum an Nährstoffen enthält, die Pflanzen zur Verfügung stehen, sind Kokossubstrate in dieser Hinsicht „nährstoffleer“. Andererseits bieten Kokossubstrate bessere Wasserspeichereigenschaften und eine bessere Belüftung als Erdmischungen. Das Arbeiten mit Erde kann anspruchsvoller sein als das Arbeiten mit sauberen und leichten Kokosfasern. Berücksichtigen Sie bei der Entscheidung für ein Anbausubstrat drei Hauptfaktoren: die Umgebung, die Anbaumethode und die Pflanzenernährung.
- Anbauumgebung
Erde: Geeignet für den Anbau im Freien sowie in Innenräumen unter künstlicher Beleuchtung, insbesondere für Pflanzen, die von mikrobieller Aktivität und einem hohen Nährstoffgehalt profitieren können, wie Tomaten, Paprika und andere.
Kokos: Geeignet für den Anbau im Freien sowie in Innenräumen unter künstlicher Beleuchtung und in hydroponischen Systemen, insbesondere für Pflanzen, die ein gut belüftetes Substrat benötigen, wie Kräuter und Zierblumen.
- Ernährung
Erde: Beim Anbau von Pflanzen in Erdmischungen können Sie mineralische und Organische Dünger mit langsamer oder schneller Freisetzung sowie Nahrungsergänzungen verwenden. Gartensubstrate eignen sich außerdem für den biologischen und permakulturellen Anbau sowie für die Methode des „Living Soil“.
Kokos:Beim Anbau in Kokossubstraten können Sie mineralische und Organische Dünger mit langsamer oder schneller Freisetzung sowie Nahrungsergänzungen verwenden. Dünger für den Anbau in Kokos enthalten in der Regel erhöhte Mengen an Kalzium und Magnesium, oder diese Nährstoffe müssen der Nährlösung in Form des Zusatzmittels CalMag hinzugefügt werden.
- Anbaumethode und Umgebung
Erde: Erdmischungen sind ein universelles Anbaumedium, das Sie für jede Anbaumethode verwenden können und das sich sowohl für den Indoor- als auch für den Outdoor-Anbau eignet. Sie sind auch eine ausgezeichnete Wahl für den Anbau von Pflanzen in großen Pflanzgefäßen und Stofftöpfen.
Kokos: Aufgrund des schnelleren Austrocknens eignen sich Kokossubstrate besser für den Indoor-Anbau und als Medium für den hydroponischen Anbau. Beim Anbau im Freien ist es wichtig, die Pflanzen regelmäßig zu bewässern, damit die Fasern nicht vollständig austrocknen und dadurch ihre Wasserspeicherfähigkeit verlieren.
Möchten Sie mehr über die verschiedenen Arten von Anbaumedien erfahren? Lesen Sie unseren Leitfaden zu Anbausubstraten