Scheuen Sie sich nicht, Kokoserde wiederzuverwenden

Kokoserde kann ohne größere Probleme für zwei oder sogar drei Anbaudurchgänge verwendet werden. Sehen wir uns Schritt für Schritt an, wie das geht.substratum-texture-pattern-background-garden-agriculture_527840-1278

Kokoserde ist bei Indoor-Growern aufgrund ihrer besonderen Eigenschaften sehr beliebt. In erster Linie nimmt sie deutlich mehr Wasser als Erde auf, ohne dabei ihre Luftigkeit zu verlieren. Beliebt ist sie auch wegen ihrer Sterilität – sie bietet Krankheitserregern keine günstigen Bedingungen und enthält keine Nährstoffe, sodass Sie genau wissen, was Ihren Pflanzen zur Verfügung steht.

Durch die Wiederverwendung des Substrats sparen Sie Geld und schonen die Umwelt. Sie können die Pflanzen direkt in das gebrauchte Substrat setzen oder es zuvor mit einem völlig neuen Substrat mischen. Kokoserde können Sie so lange verwenden, bis sich ihre Fasern zu zersetzen beginnen. Dann verliert sie den größten Teil ihrer Fähigkeit, Wasser zu speichern, und kann die Pflanzenwurzeln nicht mehr ausreichend stützen.

Ein paar Tipps vorab21507-3_zenzym-250 ml

Zunächst müssen alle Rückstände entfernt werden, die aus dem vorherigen Anbaudurchgang in der Kokoserde verblieben sind. Beginnen Sie damit, die Pflanzenreste zu entfernen, also alle Blätter, Stängel und Wurzeln. Wenn Sie ganz sicher sein möchten, dass sich im Substrat nichts mehr befindet, empfehlen wir die Verwendung eines Enzympräparats, das beim Abbau abgestorbener Biomasse hilft.

Nach einer sehr erfolgreichen Ernte sollten keine Dünger im Substrat zurückbleiben. Damit die Pflanzen nicht durch eine zu hohe Salzkonzentration gefährdet werden, spülen Sie es gründlich mit mineralfreiem Wasser durch (anderes Wasser könnte das Problem nur verschlimmern), idealerweise mit Wasser aus einer Umkehrosmoseanlage oder mit destilliertem Wasser. Überprüfen Sie sicherheitshalber außerdem den EC- und pH-Wert des Substrats.

Auch in einer geschlossenen Growbox besteht die Gefahr von Krankheiten oder Schädlingen. Sicherheitshalber sollte das Substrat vor einem neuen Anbaudurchgang desinfiziert werden. Wir haben gute Erfahrungen mit einer Lösung aus Wasserstoffperoxid (2 ml / 1 l Wasser) gemacht, in die Sie das Substrat einfach eintauchen. Anschließend muss das Substrat erneut durchgespült werden. Krankheitserreger und Schädlingslarven werden auch durch hohe Temperaturen zuverlässig abgetötet. In der Praxis werden vor allem ein Bad in kochendem Wasser und (wenn Ihre Frau nachsichtig ist) ein auf mindestens 100 °C vorgeheizter Backofen verwendet.

Revitalisiertes Substrat können Sie problemlos für ausgewachsene, gesunde Pflanzen verwenden. Geben Sie Stecklingen und Jungpflanzen rund um die jungen Wurzeln eine Schicht frischer Kokoserde, an den Rand des Gefäßes können Sie jedoch problemlos auch die alte geben. Eine bewährte Methode besteht darin, die alte Kokoserde vor dem Umtopfen mit neuer zu vermischen.

Wenn die Kokoserde bereits in Ihrer Hand zerfällt, die Fasern kurz sind und offensichtlich nicht mehr so viel Wasser speichern, müssen Sie sie nicht sofort wegwerfen. Auch in diesem Stadium der Zersetzung kann sie noch verwendet werden: Bereiten Sie sie nach unserer Anleitung auf und nutzen Sie sie zur Verbesserung der Eigenschaften des Bodens im Freilandbeet.

Wie lässt sich Kokoserde recyceln?coconut-substrate-soil-pressed-coconut-substrate-briquette_158388-3864

  1. Entfernen Sie sämtliche Pflanzenreste; alle alten Wurzeln müssen entfernt werden
  2. Spülen Sie das Substrat mindestens dreimal mit Wasser durch (am besten mit RO- oder destilliertem Wasser). Wir empfehlen, 2–3 Liter Wasser auf 10 Liter Substrat zu verwenden
  3. Sterilisieren Sie das Substrat mit Wasserstoffperoxid (35%ige Lösung, 2 ml / 1 l Wasser) oder kochendem Wasser
  4. Wenn Sie Peroxid verwendet haben, spülen Sie das Substrat noch einmal durch

Worauf sollten Sie achten?

  • Wenn Sie während des letzten Anbaudurchgangs Probleme mit Schädlingen oder Krankheiten hatten, verwenden Sie das Substrat nicht erneut.
  • Wir empfehlen, in einer sauberen Umgebung zu arbeiten. Waschen Sie Ihre Hände oder verwenden Sie saubere Handschuhe.
  • Durch die Sterilisation entfernen Sie alles aus dem Substrat –  auch nützliche Mikroorganismen. Überspringen Sie diesen Schritt deshalb nicht, sondern geben Sie anschließend Trichoderma und weitere nützliche Mikroorganismen in das Substrat.
  • Peroxid ist ätzend. Gehen Sie vorsichtig damit um und verwenden Sie es nur in gut belüfteten Räumen.
  • Die Sterilisation durch Hitze kann einen unangenehmen Geruch verursachen.
  • Die Sterilisation des Substrats im Backofen ohne vorherige Absprache mit Ihrer Ehefrau kann eine Scheidung zur Folge haben.
  • Wenn Sie altes Substrat mit neuem mischen möchten, empfehlen wir, dies zu tun, bevor es vollständig austrocknet.

Wenn Ihnen beim Lesen des Artikels Fragen eingefallen sind, können Sie sich jederzeit unter info@higarden.de an uns wenden.

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