Dryback meistern! Kontrolliertes Austrocknen des Substrats für Anfänger und Fortgeschrittene
Der Schlüssel zum Erfolg beim Indoor-Anbau ist das Gleichgewicht zwischen Licht, Nährstoffen und Feuchtigkeit, wobei das regelmäßige Austrocknen des Substrats ein wichtiges Zünglein an der Waage ist. Der sogenannte Dry Back ist eine Technik, bei der das Anbaumedium zwischen den einzelnen Bewässerungen kontrolliert austrocknet. Im heutigen Artikel erfahren Sie, warum der Dry Back wichtig ist und wie Sie diese Technik in Ihrer Growbox effektiv einsetzen können.
Nicht nur Anfänger stellen sich häufig die Frage, wie oft sie ihre Pflanzen bewässern sollten. Leider ist die Antwort nicht so einfach, wie es auf den ersten Blick erscheinen mag. Wenn Sie bereits seit einiger Zeit anbauen, ist Ihnen sicher aufgefallen, dass Häufigkeit und Menge der Bewässerung maßgeblich beeinflussen, wie sich die Pflanzen entwickeln. Wenn Sie zu häufig bewässern und das Substrat ständig mit Wasser gesättigt ist, sind die Pflanzen nicht gezwungen, ihr Wurzelsystem zu erweitern, wodurch letztendlich ihre Fähigkeit zur Aufnahme von Nährstoffen abnimmt. Andererseits bilden Pflanzen jedes Mal, wenn das Substrat austrocknet, auf der Suche nach Wasser neue Wurzeln, über die sie nach der Bewässerung noch mehr Wasser und Nährstoffe aufnehmen können. Pflanzen, die regelmäßig Trockenheit ausgesetzt sind, sind widerstandsfähiger, zeigen ein vitaleres Wachstum und bilden laut einigen Studien auch größere Mengen an sekundären Metaboliten (Terpenen, Flavonoiden und Wirkstoffen) als Pflanzen, die in einem konstant feuchten Medium angebaut werden.
So nutzen Sie den Dry Back
Zu verstehen, warum das regelmäßige Austrocknen wichtig ist, ist sicherlich nicht schwierig. Die praktische Anwendung der Dry-Back-Technik kann jedoch auch für erfahrene Grower eine Herausforderung sein. Zum einen speichern unterschiedliche Substrate Wasser auf unterschiedliche Weise, zum anderen wird die Geschwindigkeit, mit der das Substrat austrocknet, durch Umweltfaktoren wie Temperatur oder Luftfeuchtigkeit beeinflusst. Nicht zuletzt ist auch entscheidend, in welcher Wachstumsphase sich die Pflanze gerade befindet. Für Stecklinge, ausgewachsene oder reifende Pflanzen ist jeweils ein anderer Dry Back geeignet.
- Kokossubstrate trocknen relativ schnell aus und können gleichzeitig große Mengen Wasser aufnehmen. Außerdem ist es wichtig, dass die Kokosfasern beim Dry Back nicht vollständig austrocknen, da sie sonst ihre Wasserspeichereigenschaften verlieren. Beim Anbau in Kokos bewässern wir in der Regel höchstens einmal täglich oder seltener.
- Erde und Erdmischungen trocknen langsam aus, und der Dry Back kann länger dauern als bei Kokos oder hydroponischen Medien.
- Steinwolle trocknet schnell aus und kann große Mengen Wasser aufnehmen. Dadurch sind häufige Bewässerungen möglich, die durch kurze Dry-Back-Phasen unterbrochen werden. Im Hinblick auf die Steuerung der Bewässerung ermöglicht Mineralwolle eine bessere Beeinflussung des Pflanzenwachstums als andere Substrate.
Möchten Sie mehr darüber erfahren, wie die Wahl des Substrats Ihre Pflanzen beeinflusst? Lesen Sie unseren Leitfaden zu Erden & Substraten.
Neben dem Substrat ist auch das Alter der Pflanzen ein wichtiger Faktor, der den Dry Back beeinflusst. Für das vegetative Wachstum benötigen Pflanzen mehr Wasser als während der Blüte und Reife. Ein übermäßiges Austrocknen während der Wachstumsphase stresst die Pflanzen und verlangsamt ihr Wachstum. Andererseits ist es während der Blüte und Reife wünschenswert, den Dry Back allmählich zu steigern. Ein leichter Stress zwingt die Pflanzen nämlich zur Blütenbildung und fördert die Harzproduktion. Allerdings muss auch berücksichtigt werden, dass wir während der Blüte und Reife im Anbauraum in der Regel eine niedrigere relative Luftfeuchtigkeit aufrechterhalten als während der Wachstumsphase. Luftfeuchtigkeit und Lufttemperatur beeinflussen nämlich auch, wie schnell die Pflanzen transpirieren und Wasser aufnehmen. Wenn Sie darüber nachdenken, wie Sie den Dry Back in Ihrer Growbox einsetzen können, vergessen Sie nicht, dass es vor allem um das Gleichgewicht zwischen übermäßiger Bewässerung und dem Stress geht, den Wassermangel auf die Pflanzen ausübt.
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