Vermeiden Sie die häufigsten Fehler beim Anbau von Pflanzen
Gerade Anfänger unter den Growern machen häufig grundlegende Fehler, die sie durch rechtzeitiges Lesen dieses Artikels vermeiden und sich so von Anfang an über eine reiche Ernte freuen könnten. Schauen wir sie uns deshalb gemeinsam an!

NÄHRSTOFFÜBERSCHUSS
- In einem kürzlich erschienenen Artikel haben wir uns die Defizite beziehungsweise Mängel der wichtigsten Nährstoffe in der Pflanzenernährung genau angesehen. Pflanzen gedeihen jedoch auch dann nicht, wenn die Ursache des Nährstoffungleichgewichts umgekehrt in einem Nährstoffüberschuss liegt. Auch im Gartenbau gilt das bekannte Sprichwort, dass zu viel des Guten schadet. Außerdem ist weniger manchmal mehr, denn einen Nährstoffmangel lässt sich leichter regulieren als einen Nährstoffüberschuss.
- Und es sind nicht nur Anfänger unter den Growern, die ihren Kräutern das Beste bieten möchten und ihnen deshalb mehr Nährstoffe geben, als ihnen guttut. In der Anbaupraxis bezeichnen wir diesen Fehler als Verbrennung der Pflanzen durch Überdüngung.
- Die gute Nachricht ist, dass sich dieser Fehler leicht vermeiden lässt. Halten Sie einfach die Angaben und Werte in den Düngertabellen ein.
- Eine Nährstoffverbrennung der Pflanzen zeigt sich ähnlich wie andere Arten von Verbrennungen, die durch Licht- oder Hitzestress verursacht werden (siehe unten).
- Wir beobachten unregelmäßige Flecken an den Blatträndern und ein Verdrehen der Blätter.
- In Hydroponik-Systemen lässt sich dieses Problem leicht lösen! Es genügt, das Substrat auszutauschen und die Nährstoffmenge auf ein optimales Maß zu verdünnen. Pflanzen verfügen über beträchtliche Regenerationsfähigkeiten, benötigen jedoch einige Zeit, um sich ausreichend zu erholen. Das kann beispielsweise problematisch sein, wenn beim Anbau im Freien bereits die ersten Fröste bevorstehen.
LICHT- UND HITZESTRESS
- Und wieder geht es um Verbrennungen der Pflanzen, diesmal infolge einer übermäßigen Einwirkung von Licht und Wärme.
- Dieser Fehler tritt am häufigsten bei Anfängern unter den Growern auf, die Kräuter in einer Growbox unter einer leistungsstarken künstlichen Beleuchtung kultivieren. Der eigentliche Fehler besteht darin, eine starke Entladungslampe in zu geringem Abstand zu den Pflanzenspitzen oder über sehr jungen Pflanzen anzubringen, deren Kultivierung in einem Minigewächshaus eine schonende TLED-Lampe erfordert, die sicher in unmittelbarer Nähe platziert werden kann.
- Bei einer LED-Lampe müssen Sie keine Verbrennungen der Pflanzen mehr befürchten, da sie im Vergleich zu Entladungslampen durch eine gleichmäßige Lichtverteilung und deutlich geringere Wärmeemissionen überzeugt. Wir empfehlen insbesondere die Vollspektrum- LED-Leuchten der Marke Lumatek, die zugleich am häufigsten verkauft werden.
- Die sichtbaren Anzeichen einer Verbrennung durch Licht und Wärme in Form von Blättern mit einem gelblichen bis bräunlichen Belag sind in der Nähe der künstlichen Lichtquelle stets deutlicher zu erkennen.
- Die Lösung besteht darin, den Abstand der Lampe zu den Pflanzenspitzen zu vergrößern. Alternativ können Sie die Temperatur in der Growbox überprüfen. Zimmertemperatur schadet den Pflanzen nicht. Wenn Sie jedoch Ihre Hand eine Minute lang auf Höhe der Blätter halten und dabei eine deutlich spürbare Hitze wahrnehmen, bedeutet dies, dass die Pflanzen einer ungesund hohen Temperatur standhalten müssen.

FALSCHE BEWÄSSERUNG
- Bei der richtigen und falschen Bewässerung müssen Sie zwei Extreme vermeiden: eine unzureichende Bewässerung und das Übergießen der Pflanzen.
- Leider lassen sich diese beiden Extreme mit bloßem Auge nur schwer voneinander unterscheiden, denn auch übergossene Pflanzen zeigen hängende und verdrehte Blätter, als würden sie umgekehrt unter Wassermangel leiden. Ein Verdrehen des Stängels verringert den späteren Ertrag.
ÜBERGIESSEN
- Dabei handelt es sich wohl um den häufigsten Fehler beim Anbau von Pflanzen überhaupt. Das Übergießen von Pflanzen gehört erneut zu den Fehlern, mit denen begeisterte Grower während ihres ersten Anbauzyklus am häufigsten konfrontiert werden, wenn sie die Pflanzen eifrig mit nährstoffhaltigem Wasser versorgen.
- Abgesehen vom Risiko einer Verbrennung der Pflanzen infolge eines Nährstoffüberschusses (siehe oben) bildet zu viel Wasser und ein nasses Substrat einen Nährboden für Pflanzenkrankheiten oder das Eindringen von Schädlingen.
- Wie bereits erklärt, wirken übergossene Pflanzen zu Beginn genauso wie Pflanzen, die gegossen werden müssten. In der Praxis entsteht dadurch leider häufig ein „Teufelskreis“, in dem ein Anfänger versucht, welke Pflanzen mit immer mehr Wasser wiederzubeleben.
- Wenn Sie wissen, dass Sie die Pflanzen regelmäßig mit Wasser versorgen, und dennoch welke Blätter oder sogar eine für fortgeschrittene Stadien des Übergießens typische Chlorose (Gelbfärbung der Blätter) beobachten, ist es am einfachsten, einige Tage lang nicht zu gießen und zu beobachten, ob sich der Zustand der Pflanzen verbessert. Eine bewährte Methode, um ein Übergießen festzustellen, ist auch das Zusammendrücken der Oberfläche des Substrats. Nach dem Zusammendrücken mit den Fingern sollte an der Oberfläche überhaupt kein Wasser austreten und die Finger sollten lediglich feucht bleiben. Andernfalls gießen Sie zu viel.
- Durch einfaches Auflockern des Substrats lässt sich die Regeneration deutlich beschleunigen. Das Wurzelsystem einer übergossenen Pflanze „erstickt“ aufgrund von Sauerstoffmangel, was unter anderem Wurzelfäule verursachen kann (siehe unten).
- Pflanzen profitieren im Allgemeinen eher von kleineren Wassermengen in regelmäßigen Abständen. Das Risiko des Übergießens, aber auch einer Nährstoffverbrennung der Pflanzen, wird durch selbstbewässernde Systeme oder beispielsweise intelligente Pflanztöpfe deutlich verringert.
WASSERMANGEL
- Wie viel Wasser? Die Wassermenge sollte dem Gewicht des trockenen Substrats entsprechen.
- Wir empfehlen außerdem, die Pflanzen zu besprühen, insbesondere während der vegetativen Phase, in der eine höhere Luftfeuchtigkeit wichtig ist.
WURZELFÄULE
- Wurzelfäule steht in engem Zusammenhang mit dem Übergießen von Pflanzen, denn in einem durchnässten Substrat vermehren sich Bakterien in unmittelbarer Nähe der Wurzeln, und schon ist das Problem da.
- Sobald das Wurzelsystem durch Fäulnis beschädigt wird, sind solche Wurzelschäden nämlich irreversibel. Das wäre wirklich sehr schade!
- Wie sieht also die Vorbeugung gegen Wurzelfäule bei Pflanzen aus?
- persönliche Hygiene oder die Verwendung von Handschuhen
- sauberes, vorzugsweise steriles Substrat und ein sauberer Pflanztopf
- regelmäßiger Austausch des Kultursubstrats bei Hydroponik sowie eine regelmäßige Desinfektion des Hydroponik-Systems mit Peroxid
- Anreicherung des Wassers mit Sauerstoff (Ausströmerstein)
- Wassertemperatur auf Zimmertemperatur (18–20 °C)
- Wasserfiltration (Umkehrosmose)

Wir hoffen, dass Ihnen der heutige Artikel dabei hilft, Fehler in Zukunft zu vermeiden. Zwar sagt man, dass die eigene Erfahrung am wertvollsten ist, aber wir glauben, dass sie bei diesen Fehlern nicht notwendig ist. Warum sollte man ihnen also nicht in weitem Bogen aus dem Weg gehen? Schließlich soll der Anbau Freude bereiten! Wenn Sie Fragen haben, können Sie sich jederzeit unter der bekannten Adresse an uns wenden: info@higarden.de.
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