Organische versus mineralische Dünger: Was ist besser für Ihre Pflanzen?
Jeder angehende Grower steht vor der Frage, wie er seine Pflanzen düngen wird. Während Organische Dünger umweltfreundlich sind und weniger Arbeit erfordern, wirken Mineraldünger schnell und geben dem Grower die vollständige Kontrolle über die Pflanzenernährung. Wir führen Sie durch die grundlegenden Unterschiede zwischen organischen und synthetischen Düngern und helfen Ihnen bei der Auswahl.
Während Organische Dünger aus Materialien organischen Ursprungs wie Kompost, Mist, Knochenmehl und Ähnlichem hergestellt werden, werden synthetische Dünger durch vom Menschen gesteuerte chemische Reaktionen gewonnen, beispielsweise aus Ammoniak, Phosphatmineralien oder Luft. Synthetische Dünger enthalten exakt festgelegte Mengen und Verhältnisse an Nährstoffen – in einer Form, die für Pflanzen schnell verfügbar ist, überwiegend als Mineralsalze. Organische Dünger enthalten dagegen Nährstoffe, die zunächst von Mikroorganismen im Boden zersetzt werden müssen, bevor die Pflanzen sie über die Wurzeln aufnehmen können. Dieser Prozess ist langsamer, hat jedoch den Vorteil, dass er die Bodengesundheit langfristig erhält. Die Verwendung von Mineraldüngern führt nämlich zum Absterben wichtiger Mikroorganismen, wodurch der Boden langfristig seine Fähigkeit zur Regeneration verliert. Bevor wir mit der Auswahl des richtigen Düngers für Ihren Garten beginnen, fassen wir die grundlegenden Vor- und Nachteile von Organischen Düngern und synthetischen Düngern zusammen.
Organische Dünger – PRO und CONTRA
- Umweltfreundlich: Organische Dünger verbessern die Bodenstruktur, fördern nützliche Mikroorganismen und belasten die Wasserressourcen weniger.
- Nachhaltigkeit: Sie stammen aus erneuerbaren Quellen und stehen im Einklang mit ökologischen Anbaumethoden.
- Stärken die Bodengesundheit: Die langfristige Verwendung von Organischen Düngern bereichert den Boden, der dadurch fruchtbarer und widerstandsfähiger gegenüber äußeren Einflüssen wird.
- Langsame Wirkung: Bei der Anwendung von Organischen Düngern stehen die Nährstoffe den Pflanzen nicht sofort zur Verfügung.
- Menge und Lagerung: Organische Dünger werden in größeren Mengen verwendet und können sperriger sein als synthetische Dünger.
- Geruch: Einige organische Produkte, beispielsweise tierische Ausscheidungen, Guano oder Fischmehl, können stark und unangenehm riechen.
Synthetische Dünger – PRO und CONTRA
- Schnelle Wirkung: Synthetische Dünger wirken sofort und eignen sich daher ideal zur Behebung von Nährstoffmängeln oder für intensive Anbaumethoden.
- Präzise Düngung: Mineraldünger lassen sich einfach dosieren, und die Pflanzenernährung kann problemlos an die spezifischen Anforderungen der Pflanzen angepasst werden.
- Einsatz in der Hydroponik: Mineralsalze eignen sich zur Herstellung von Nährlösungen und ideal für den hydroponischen und erdelosen Anbau.
- Umweltrisiken: Eine unbedachte und übermäßige Verwendung von Mineraldüngern schädigt den Boden, und Salzrückstände können in die Umgebung ausgewaschen werden.
- Bodendegradation: Eine wiederholte Anwendung kann die Bodenmikroflora beeinträchtigen und dadurch langfristig die Bodengesundheit verringern.
- Umweltschädliche Herstellung: Der Abbau von Rohstoffen und die Herstellung synthetischer Dünger haben negative Auswirkungen auf die Umwelt.
Organische Dünger: Der ideale Helfer für den Anbau im Freien
Organische Dünger eignen sich am besten für den Anbau im Freien, beispielsweise in Beeten, aber auch in Gewächshäusern. Einige Arten von Organischen Düngern, insbesondere flüssige Rezepturen, können Sie auch beim Anbau in Töpfen verwenden. Beachten Sie jedoch, dass sie langsamer wirken als Mineralsalze. Für eine optimale Wirkung dieser Dünger sollte der Boden einen hohen Anteil an organischer Substanz und Mikroorganismen enthalten, die den Abbau der Nährstoffe beschleunigen. Zu den am häufigsten verwendeten Organischen Düngern gehören Kompost, Guano und Wurmkompost. Sie können auch Komposttees und flüssige Dünger organischen Ursprungs wie beispielsweise BioBizz verwenden. Berücksichtigen Sie bei der Auswahl und Anwendung von Düngern stets die Art der Pflanzen, die Sie anbauen möchten, sowie die Jahreszeit. Geben Sie Kompost oder Mist immer im Herbst in das Beet, damit die organische Substanz ausreichend Zeit zur Zersetzung hat. Wenn Sie während des Anbauzyklus auf Nährstoffmängel stoßen, können Sie das Problem schnell durch die Anwendung von Mineraldüngern beheben. Denken Sie jedoch daran, dass Sie den Boden langfristig mit organischer Substanz anreichern müssen.
Synthetische Dünger: Präzise Pflanzenernährung
Synthetische Dünger sind ein hervorragendes Hilfsmittel beim Indoor-Anbau und überall dort, wo Pflanzen nicht auf natürliche Weise angebaut werden können. Sie eignen sich ideal für den Anbau in Töpfen, können bei vorsichtiger Anwendung aber auch im Freiland eingesetzt werden. Sie können sie in Kombination mit Erdmischungen oder verschiedenen Arten erdeloser Substrate wie Kokos, Perlit oder Blähton verwenden. Mineraldünger dienen außerdem zur Herstellung einer Nährlösung für die Hydroponik. Bedenken Sie, dass Pflanzen im Gegensatz zu Organischen Düngern die Nährstoffe aus dem Boden oder Substrat sehr schnell aufbrauchen und bei jedem Gießen gedüngt werden müssen. Bei der Verwendung synthetischer Dünger ist es wichtig, den pH-Wert des Substrats und gegebenenfalls auch den EC-Wert der Nährlösung mit einem digitalen EC- und pH-Messgerät zu überwachen. Wählen Sie Mineraldünger entsprechend den aktuellen Anforderungen der Pflanzen aus. Allgemein benötigen Pflanzen während des Wachstums mehr Stickstoff, während sie während der Blüte und Reifung mehr Kalium verbrauchen. Die meisten Hersteller von Mineraldüngern kennzeichnen ihre Produkte als „Grow“ (Wachstum) und „Bloom“ (Blüte). Die Nährstoffmengen können Sie außerdem anhand des vorgeschriebenen NPK-Verhältnisses ablesen, das Sie auf dem Etikett finden. Verwenden Sie beim hydroponischen Anbau spezielle Dünger für den Einsatz in der Hydroponik.
Düngung und Pflanzenernährung sind komplexe Themen, die jeder Grower gründlich beherrschen sollte. Wenn Sie mehr erfahren möchten, besuchen Sie unseren Higarden-Blog. Dort erklären wir Ihnen ausführlich, wie Sie Pflanzen richtig düngen und was Sie tun können, wenn beim Anbau Probleme auftreten.