Elektrische Leitfähigkeit der Lösung – EC
Die richtige Konzentration an Mineralsalzen in der Nährlösung ist für eine gesunde Entwicklung der Pflanzen unerlässlich und gehört zu den wichtigsten Größen, die ein Grower während des Anbauzyklus im Auge behalten muss. Diese Konzentration wird durch den Wert EC (elektrische Leitfähigkeit) angegeben. Wie messen wir ihn, und welche Werte sind für eine üppige Ernte am besten?
Anhand der elektrischen Leitfähigkeit der Lösung lässt sich leicht erkennen, wie viele Nährstoffe im Gießwasser oder im Tank hydroponischer Systeme enthalten sind. Gerade für Hydroponik oder gegebenenfalls Aeroponik ist die richtige Konzentration der in Düngern, aber auch im Leitungs- oder Brunnenwasser vorhandenen Salze von entscheidender Bedeutung ...
Die elektrische Leitfähigkeit lässt sich auch als Potenzial des durch das Wasser transportierten elektrischen Stroms beschreiben. Fachliche physikalische Definitionen müssen an dieser Stelle nicht weiter ausgeführt werden. Für Freude am Anbau reicht es, wenn wir uns dieses physikalische Phänomen vorstellen und lernen, damit zu arbeiten.
In der Anbaupraxis wird am häufigsten gewöhnliches Leitungswasser verwendet. Die EC des Leitungswassers hängt in erster Linie vom Standort ab. In der Tschechischen Republik bewegen wir uns in einem Bereich von 0,3–0,7. Das ist keine Selbstverständlichkeit, weshalb tschechische Grower Grund zur Freude haben. Zum Vergleich gibt es jenseits unserer Landesgrenzen zahlreiche Regionen, in denen Leitungswasser gewöhnlich EC-Werte im Bereich von 1–2 aufweist. Je niedriger der EC-Wert des Wassers an sich ist, desto besser, da Wasser als solches für angebaute Kräuter, Blumen und Nutzpflanzen noch keine Hauptquelle für Nährstoffe darstellt. Diese führen wir ihnen über Dünger zu. Beim Düngen darf der EC-Wert des Ausgangswassers daher nicht außer Acht gelassen werden. Sehen wir uns ein klares Beispiel an: Wenn der empfohlene EC-Wert beim Düngen beispielsweise 1,9 beträgt und wir wissen, dass unser Wasser selbst einen EC-Wert von 0,6 aufweist, können wir das Wasser nur mit Nährstoffen bis zu einem EC-Wert von 1,3 anreichern. Entscheidend ist also die Erkenntnis, dass Wasser mit einer möglichst niedrigen elektrischen Leitfähigkeit zur Verfügung stehen sollte. Je niedriger der EC-Wert des Wassers ist, desto mehr Nährstoffe können wir den Pflanzen mithilfe von Düngern zur Verfügung stellen. Ein Nährstoffüberschuss könnte Ihre Ernte sozusagen verbrennen und ist für die Pflanzen daher ebenso schädlich wie ein Mangel. Beim Düngen ist ein gleichmäßiges Vorgehen wichtig. Erfahrene Grower beugen einem Überschuss und einem Mangel an Mineralsalzen vor, indem sie die EC-Werte schrittweise erhöhen oder senken, beispielsweise jede Woche um 0,1 bis 0,3. So können die Pflanzen die in den Düngern enthaltenen Nährstoffe deutlich besser aufnehmen als bei einer abrupten Erhöhung der Dosierungen. Vermeiden Sie eine Überdüngung!
Auf dem Display eines digitalen EC-Taschenmessgeräts angezeigte Werte
Der EC-Wert ist nicht stabil und verändert sich im Laufe der Lebensphasen der Pflanzen. An dieser Stelle sollte betont werden, dass die Bedürfnisse der Pflanzen individuell sind und in hohem Maße von der Art und Sorte abhängen. Unter diesem Vorbehalt können wir die empfohlenen Werte jedoch wie folgt präzisieren:
- Junge Pflanzen: EC 0,6–1,2
- Ältere und größere Pflanzen: EC 1,2–2,5
Zum Messen und Einhalten der optimalen Werte eignen sich EC-Messgeräte hervorragend. Im Gegensatz zu pH-Messgeräten kommen sie meistens ohne Aufbewahrungslösungen aus und sind mit einer Metallsonde ausgestattet. Hinsichtlich der Kalibrierung sind auf dem Markt Geräte erhältlich, die eine digitale oder manuelle Kalibrierung ermöglichen. Heutzutage verwendet jedoch die überwiegende Mehrheit der Grower digitale Geräte, die sich zudem besonders für Anfänger eignen, da dank der automatischen Temperaturkompensation bei einer fehlerhaften Kalibrierung keine Funktionsstörung des Geräts droht. EC-Messgeräte sind unter anderem während der Blütephase und auch beim Spülen unverzichtbar. Auf Higarden.cz finden Sie bei Bedarf auch Ersatzsonden oder praktische Messsets. Kalibrierlösungen für EC-Messgeräte werden hauptsächlich in den Varianten 1,413 und 2,78 mS hergestellt. Lösungen in der Variante 2,8 sind für denselben Zweck wie 2,76 bestimmt. Lassen Sie sich also nicht verwirren: Der Unterschied liegt lediglich in der Rundung.

Preisgünstige Variante eines EC-Messgeräts von Milwaukee
Abschließend möchten wir anmerken, dass Tabellen und empfohlene Werte das eine sind, die einfache Beobachtung Ihrer Pflanzen jedoch ebenso wichtig ist wie die Messgenauigkeit. An Stängeln und Blättern können Sie mit etwas Aufmerksamkeit und zunehmender Erfahrung schon bald erkennen, ob eine Überdüngung und Verbrennung droht oder ob die Pflanzen im Gegenteil unter einem Nährstoffmangel leiden. Wir hoffen, dass Ihre Pflanzen unter Ihrer Pflege prächtig gedeihen und Ihnen dabei sowohl die in unserem Onlineshop erhältlichen Produkte als auch die Ratschläge aus diesem Artikel helfen. Falls Sie noch Fragen haben, freuen wir uns über Ihre Nachrichten, die Sie an die bekannte Adresse info@higarden.de richten können.