3 Grundsätze für sicheres Trocknen: So verhindern Sie, dass Ihre Ernte nach der Ernte schimmelt
Nach der Ernte haben Sie noch nicht gewonnen. Gerade beim Trocknen entscheidet sich, ob sich Ihre Ernte in aromatisches, hochwertiges Trockengut verwandelt – oder wegen Schimmel im Abfall landet. Schimmel kann schnell auftreten und innerhalb weniger Tage die gesamte Ernte unbrauchbar machen. Wie erkennt man Schimmel, warum entsteht er und wie lässt er sich verhindern? Befolgen Sie diese drei Grundsätze.
Schimmel gehört zu den häufigsten und zugleich gefährlichsten Risiken beim Trocknen von Kräutern. Auf den ersten Blick kann er wie ein unauffälliger weißer Belag oder wie kleine graue Flecken erscheinen, tatsächlich handelt es sich jedoch um mikroskopisch kleine Pilze, die sich schnell ausbreiten und die gesamte Ernte unbrauchbar machen können. Am häufigsten tritt Schimmel im Inneren dichter Blüten auf, wo sich Feuchtigkeit sammelt und keine ausreichende Luftzirkulation vorhanden ist. Seine Entwicklung wird vor allem durch hohe Luftfeuchtigkeit, unzureichende Belüftung und mangelnde Hygiene beim Umgang mit den geernteten Pflanzen begünstigt.
Wählen Sie die passende Trocknungsmethode
Wenn Ihre Kräuter möglichst viele aromatische Terpene behalten und keine Wirkstoffe verlieren sollen, achten Sie darauf, dass sie langsam trocknen. Schnelles Trocknen senkt zwar das Schimmelrisiko, geht jedoch zulasten der Qualität des Trockenguts. Schnell getrocknete Kräuter haben einen unappetitlichen Geruch und schmecken bitter.
Die optimale Trocknungsdauer beträgt etwa 7 bis 21 Tage und hängt sowohl von der Temperatur, der Luftfeuchtigkeit und der Luftbewegung als auch von der Größe der Pflanzen und ihrer Blüten ab. Wenn Sie die Pflanzen im Ganzen trocknen (kopfüber aufgehängt), trocknen sie am langsamsten. Sie können das Trocknen etwas beschleunigen, indem Sie die Pflanzen in einzelne Zweige aufteilen. Am schnellsten geht es dann beim Trocknen auf Netzen, auf denen Sie einzelne Blüten in kleinere Teile geteilt trocknen können. Eine neue Methode ist das Trocknen in Trocknungsbeuteln aus atmungsaktivem Kunststoff. Sie schützen die Blüten vor Schimmelsporen und schließen gleichzeitig wertvolle Terpene im Inneren ein.
Die Trocknungsgeschwindigkeit wird auch davon beeinflusst, wie Sie die Pflanzen vor dem Trocknen säubern. Wenn Sie nur die großen Blätter entfernen und die kleinen „Blütenblätter“ an den Blüten erst nach dem Trocknen abschneiden (trockener Trim), trocknen sie etwas langsamer. Wenn Sie die Blüten noch vor dem Trocknen gründlich säubern (nasser Trim), trocknen sie schneller.
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Achten Sie auf das richtige Klima
Schimmel gedeiht am besten in einer feuchten Umgebung. Während des Trocknungsprozesses sollte die relative Luftfeuchtigkeit 65 % nicht überschreiten. Optimal ist es, wenn Sie die Luftfeuchtigkeit im Bereich von 50 % bis 55 % halten können. Die Luftfeuchtigkeit im Trockenraum können Sie problemlos mit einem Luftentfeuchter senken. Achten Sie jedoch darauf, dass die warme Luft des Geräts nicht direkt auf die Blüten geblasen wird. Sie würden zu schnell trocknen.
Die ideale Temperatur zum Trocknen von Heilkräutern liegt bei etwa 18 °C–20 °C. Bei höheren Temperaturen verdampfen wertvolle Monoterpene schnell. Wenn Sie das Trocknen etwas verlangsamen möchten, können Sie die Temperatur auf bis zu 16 °C senken. Denken Sie jedoch daran, dass ein langsameres Trocknen das Risiko eines Schimmelbefalls der Ernte erhöht.
Um Feuchtigkeitskondensation zu vermeiden, muss im Trockenraum eine kontinuierliche Luftzirkulation gewährleistet sein. Wenn Sie in einer Growbox trocknen, lassen Sie den Abluftventilator zumindest auf niedriger Leistung eingeschaltet – er hilft dabei, feuchte Luft nach draußen abzuführen und frische Luft hereinzuführen. Öffnen Sie in dem Raum, in dem sich die Growbox befindet, ein Fenster oder zumindest die Tür zum Nebenraum, damit sich die Luft frei bewegen kann und sich nicht in einem geschlossenen Raum sammelt. Wenn die Bedingungen es erlauben, können Sie auch einen kleinen Ventilator verwenden, der die Luft zwischen den trocknenden Blüten sanft bewegt. Achten Sie jedoch darauf, dass der Luftstrom nicht direkt auf die Blüten gerichtet ist.
Sorgfalt zahlt sich aus
Seien Sie bei der Ernte, beim Trocknen und bei der anschließenden Verarbeitung äußerst sorgfältig. Es wäre schade, monatelange harte Arbeit in der letzten Phase zunichtezumachen. Untersuchen Sie die Pflanzen bei der Ernte gründlich auf Anzeichen von Schimmel. Achten Sie besonders auf die größten Blüten, die äußerlich gesund aussehen können, im Inneren jedoch bereits verschimmelt sein können. Wenn Sie auf einen verschimmelten Teil der Pflanze stoßen, trennen Sie ihn umgehend vom Rest der Ernte und gehen Sie beim Trocknen besonders vorsichtig vor. Häufig ist es in einem solchen Fall besser, große Blüten in kleinere Teile zu teilen und sie auf Netzen zu trocknen.
Achten Sie auch auf die Hygiene. Desinfizieren Sie Scheren und andere Werkzeuge vor der Verwendung und tragen Sie Einweghandschuhe. Dadurch schützen Sie nicht nur die Pflanzen, sondern auch Ihre Hände vor Harz, das reizend wirken kann. Wenn Sie auf von Schimmel befallene Teile gestoßen sind, desinfizieren Sie die Werkzeuge nach deren Entfernung erneut und wechseln Sie die Handschuhe gegen neue aus.
Überwachen Sie die Luftfeuchtigkeit und die Temperatur im Trockenraum mit einem Thermo-Hygrometer und kontrollieren Sie täglich, ob alles problemlos verläuft. Schimmel kann auch während des Trocknungsprozesses auf den Blüten auftreten. Entfernen Sie in einem solchen Fall die befallenen Teile umgehend, senken Sie die Luftfeuchtigkeit und erhöhen Sie die Temperatur im Trockenraum.
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