Wie oft sollten Pflanzen gegossen werden?

Von unseren Kunden bei higarden hören wir überraschend oft eine einfach klingende Frage: Wie häufig sollte ich Pflanzen in Pflanztöpfen gießen? Die Antwort ist jedoch nicht so einfach, wie es scheinen mag. Das Austrocknen des Substrats wird nämlich von mehreren Faktoren beeinflusst, und es gibt keine universelle Gießmethode, die immer und für alle funktioniert. Statt sich an einen im Voraus festgelegten Zeitplan zu halten, ist es viel praktischer, zu lernen, zu erkennen, wann eine Pflanze gegossen werden muss.

Was beeinflusst, wie häufig Pflanzen gegossen werden müssen? Zunächst sind dies das Alter der Pflanze und die Ausprägung des Wurzelsystems. Kleine Sämlinge benötigen nur wenige Tropfen Wasser, ausgewachsene blühende Pflanzen verbrauchen dagegen täglich mehrere Liter Gießwasser. Auch die Art des Kultursubstrats beeinflusst die Häufigkeit und Menge der Bewässerung. Am seltensten müssen Pflanzen in Erde gegossen werden. Kokoserde und hydroponische Substrate erfordern eine regelmäßige und häufige Bewässerung. Nicht zuletzt kommt es auch darauf an, ob Sie Ihre Pflanzen in einem klassischen Kunststofftopf oder einem Stofftopf haben, der am schnellsten austrocknet.

Wie häufig Sämlinge gießen

Vielleicht überrascht Sie das, aber gerade beim Gießen von Sämlingen machen Grower die häufigsten Fehler. In den meisten Anleitungen steht, dass junge Pflanzen ausreichend Feuchtigkeit benötigen. Das stimmt zwar, aber Sämlinge vertragen keinesfalls ein zu nasses Substrat. Darin wachsen sie langsam, und die im Wasser stehenden Wurzeln können nicht atmen und möglicherweise zu faulen beginnen.

Wie gießt man Sämlinge also richtig? Geben Sie den Pflanzen beim ersten Gießen nach dem Keimen nur eine kleine Menge Wasser in den Bereich um den Stängel, beispielsweise mit einer Pipette oder einem Sprühgerät. Erst am zweiten Tag oder sobald das Substrat etwas abgetrocknet ist und Sie sehen, dass sich die Wurzel verankert hat, können Sie mehr Wasser geben. Ihr Ziel sollte sein, dass die oberste Substratschicht alle zwei Tage abtrocknet. Dauert dies länger, versuchen Sie, die Temperatur im Anbaubereich zu erhöhen oder die Beleuchtungsintensität zu steigern, sofern die Pflanzen dies vertragen. Die Luftfeuchtigkeit beim Anbau von Sämlingen sollte zwischen 60 und 70 % liegen. Trocknet das Substrat jedoch zu langsam ab, können Sie das Austrocknen durch eine etwas niedrigere Luftfeuchtigkeit beschleunigen.

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Wie häufig Pflanzen in der vegetativen Phase gießen

jakcastoinfio_optimizedSobald die Pflanzen etwas größer geworden sind und Sie sie in größere Pflanztöpfe umgepflanzt haben, können Sie ihnen mehr Wasser geben. Wie bei Sämlingen gilt jedoch auch hier, dass Pflanzen in Pflanztöpfen besser mit weniger Wasser in häufigeren Abständen zurechtkommen als mit einem dauerhaft zu nassen Substrat. Dies gilt insbesondere in den ersten Tagen nach dem Umpflanzen, wenn die Wurzeln noch nicht den gesamten Pflanztopf durchwachsen haben. Geben Sie den Pflanzen nach dem Umpflanzen zunächst kleinere Mengen Wasser und steigern Sie diese allmählich.

Jede Art von Substrat hält Wasser etwas anders zurück. Erden-Substrate trocknen am langsamsten aus, und unter normalen Bedingungen reicht es aus, die Pflanzen alle 2 bis 4 Tage zu gießen. Kokoserde trocknet schneller aus, und die meisten Grower gießen ihre Pflanzen täglich oder jeden zweiten Tag. Grodan (Steinwolle) trocknet am schnellsten aus und eignet sich vor allem für Bewässerungssysteme, die den Pflanzen mehrmals täglich in regelmäßigen Abständen automatisch Nährlösung zuführen.

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Pflanzen in Pflanztöpfen profitieren davon, wenn das Substrat zwischen den einzelnen Bewässerungen ausreichend abtrocknet. Das bedeutet jedoch nicht, dass Sie sie dursten lassen sollten. Ein guter Trick besteht darin, den Pflanztopf vor und nach jedem Gießen anzuheben, um sein Gewicht zu prüfen. Wenn Sie sehen, dass die oberste Substratschicht trocken ist und der Pflanzbehälter deutlich leichter ist, ist es Zeit für die nächste Bewässerung. Pflanzen mit einem gut entwickelten Wurzelsystem sollten Sie gründlich gießen, idealerweise so, dass etwas Wasser aus dem Boden des Pflanztopfs herausläuft.

UNSER TIPP: Wenn Pflanzen in Erde oder Kokoserde häufiger als einmal täglich gegossen werden müssen, ist der Pflanztopf für sie zu klein und Sie sollten sie in einen größeren umpflanzen.

Wie häufig Pflanzen in der Blütephase gießen

Blühende Pflanzen können unglaublich durstig sein. Das gilt umso mehr, wenn sie indoor unter einer leistungsstarken LED-Anbaubeleuchtung kultiviert werden. Die meisten Grower gießen Pflanzen in der Blüte beim Anbau in Erden-Substraten alle 2 bis 3 Tage. In Kokoserde muss häufiger gegossen werden, gewöhnlich einmal täglich oder jeden zweiten Tag, in manchen Fällen aber auch zweimal täglich.

Achten Sie in der Blütephase darauf, dass das Substrat zwischen den einzelnen Bewässerungen ausreichend abtrocknet. Blüten sind sehr anfällig für Schimmel, und übergossene Pflanzen werden als Erste von Grauschimmel (Botrytis cinerea) befallen, der Blütenfäule verursacht.

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Wie Pflanzen in Kokoserde gießen

In den vorherigen Abschnitten haben wir bereits mehrmals angedeutet, dass Kokoserde Wasser etwas anders zurückhält als Erde. Kokosfasern trocknen nämlich schneller aus als Erde und ermöglichen selbst bei vollständiger Bewässerung, dass Luft an die Wurzeln gelangt. Deshalb sagt man manchmal, Kokoserde könne nicht überwässert werden. Das ist zwar etwas übertrieben, aber diese Faustregel verdeutlicht gut, dass Pflanzen in Kokoserde häufiger gegossen werden als Pflanzen in Erde.

Die Porosität von Kokoserde hat jedoch auch einen kleinen Nachteil. Kokoserde verzeiht Unregelmäßigkeit nicht. Sobald sie einmal vollständig austrocknet, verliert sie ihre Wasserspeicherfähigkeit und kann nicht mehr so viel Wasser aufnehmen wie zuvor. Daher ist es wichtig, auf Regelmäßigkeit zu achten und die Kokoserde nicht vollständig austrocknen zu lassen.

Sobald Ihre Pflanzen in Kokoserde gut eingewurzelt sind, sollten Sie den Pflanztopf bei jeder Bewässerung gründlich durchgießen, sodass eine kleine Menge Wasser aus dem Boden des Pflanztopfs herausläuft. Kokoserde enthält von sich aus keine Nährstoffe. Beim Anbau darin werden daher Dünger aus Mineralsalzen verwendet. Bei unzureichender Bewässerung lagern sich diese im Substrat ab. Wenn sich dort zu viele davon ansammeln, verbrennen sie die Wurzeln der Pflanzen.

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Wie Pflanzen in Erde und Living Soil gießen

Living SoilWie bereits erwähnt, halten Erde und Erden-Substrate Wasser besser zurück als Kokoserde oder Steinwolle. Das bedeutet, dass sie nicht so häufig gegossen werden müssen, andererseits kann Erde dadurch leichter überwässert werden. Beim Anbau in Erde sollten Sie erst gießen, wenn die oberen 2 bis 3 Zentimeter des Substrats trocken sind und der Pflanztopf deutlich leichter ist.

Wenn Sie mit Mineraldüngern arbeiten, achten Sie bei jeder Bewässerung darauf, dass ein Teil des Wassers aus dem Boden des Pflanztopfs herausläuft, damit sich der pH- und EC-Wert im Substrat ausgleichen kann. Living Soil erfordert eine etwas andere Behandlung. Dieses Substrat ist voller nützlicher Mikroorganismen, denen eine zu trockene Umgebung nicht bekommt und die Mineraldünger sowie chemische Spritzmittel nicht vertragen. Beim Anbau in Living Soil sollten Sie die Erde stets leicht feucht halten und ausschließlich mit klarem Wasser gießen.

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Wie Pflanzen in Stofftöpfen gießen

Stofftöpfe sind atmungsaktiv, was dem Wurzelsystem zugutekommt, da Luft das sogenannte Air-Pruning unterstützt und verhindert, dass sich die Wurzeln im Kreis drehen. Das bedeutet jedoch auch, dass das Substrat in Stofftöpfen schneller austrocknet als in Kunststofftöpfen. Rechnen Sie damit, dass Sie in kürzeren Abständen gießen müssen, etwa ein Drittel bis die Hälfte häufiger. Gießen Sie Pflanzen in Stofftöpfen langsam, damit das Wasser Zeit hat, einzuziehen. Wenn Sie zu hastig vorgehen, läuft der größte Teil des Gießwassers unten aus dem Pflanztopf heraus. Vergessen Sie nicht, die Pflanztöpfe auf einen Untersetzer oder in eine Kunststoffwanne zu stellen.

Das Gießen von Pflanzen lernen Sie am besten durch praktische Erfahrung. Es ist nur eine von vielen Fähigkeiten, die sich jeder Grower aneignen muss. Ebenso viel Aufmerksamkeit sollten Sie jedoch dem Düngen, der Klimakontrolle und der Auswahl der richtigen Genetik widmen. Wenn Sie mehr über den Indoor- und Outdoor-Anbau erfahren möchten, verfolgen Sie den higarden Blog. Dort finden Sie zuverlässige Anleitungen und Tipps, die von unseren Anbau-Experten verfasst wurden und frei von KI-Unsinn sind.