Achten Sie auf die häufigsten Fehler in der vegetativen Phase

Grower betrachten die Wachstumsphase häufig als selbstverständlich oder notwendiges Übel und glauben nicht, dass sie in diesem Zeitraum etwas falsch machen könnten. Doch das Gegenteil ist der Fall. Ein gesunder Verlauf der vegetativen Phase ist entscheidend dafür, dass die Pflanzen später einen guten Ertrag hervorbringen. Machen Sie einen der folgenden Anfängerfehler und verringern dadurch Ihren Ertrag?

Pflanzen durchlaufen im Laufe ihres Lebens mehrere Entwicklungsphasen. Ihr Leben beginnt mit der Keimung. Sobald das Saatgut Wurzeln bildet und die ersten Blätter wachsen, gehen die Pflanzen in die Wachstums- oder vegetative Phase über. Während dieser Phase konzentrieren sie ihre gesamte Energie auf das Wachstum, die Bildung neuer Blätter und die Entwicklung des Wurzelsystems. Darauf folgt die Blüte- oder generative Phase, in der sich Blüten und gegebenenfalls Samen bilden, wenn eine Bestäubung stattfindet. Ziel jedes Growers ist es, die Pflanzen während der vegetativen Phase so zu versorgen, dass sie bei voller Gesundheit in die Blüte übergehen.

Zu lange Stängel bei Setzlingen

Setzlinge mit langen StängelnGleich zu Beginn der vegetativen Phase passiert es vielen Growern, dass ihre Setzlinge zu lange und dünne Stängel haben, die abbrechen und sich biegen. Die häufigste Ursache ist eine zu geringe Lichtintensität, die die Pflanzen dazu zwingt, in die Höhe zu wachsen, um die Konkurrenz zu überragen und der Sonne näherzukommen. Zu lange Stängel treten häufig auf, wenn Setzlinge am Fenster gezogen werden, insbesondere in den Frühlingsmonaten, wenn die Sonne weniger stark scheint. Daher ist es besser, Setzlinge unter künstlicher Beleuchtung vorzuziehen – auch solche, die für die Auspflanzung im Freien bestimmt sind.

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Auch ein ungeeignetes Lichtspektrum kann zu langen Stängeln bei Setzlingen führen. Wenn die für das Vorziehen der Setzlinge verwendete Grow-Beleuchtung zu viel Strahlung im roten Spektralbereich und nur wenig blaues Licht abgibt, reagieren die Pflanzen mit einer Verlängerung der Internodien (der Abstände zwischen den einzelnen Nodien). Der blaue Spektralbereich regt die Pflanzen dagegen zu einem kompakten Wachstum an, vergrößert den Stängeldurchmesser und fördert die Bildung neuer Blätter und Wurzeln. Daher sollte zum Vorziehen von Setzlingen ausschließlich Wachstumsbeleuchtung mit einem ausreichenden Anteil des blauen Spektralbereichs verwendet werden.

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Die Ursache für lange und insgesamt schwache Stängel bei Setzlingen kann auch ein Nährstoffmangel sein. Bei einigen Arten investieren junge Pflanzen bei Phosphormangel bevorzugt Energie in die Verlängerung der Stängel, anstatt Blätter und Wurzeln zu entwickeln. Das Ergebnis sind Setzlinge mit langen Stängeln und kleinen Blättern. Deshalb enthalten Wachstumsdünger neben Kalium und Stickstoff auch einen Anteil Phosphor.

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Fehler beim Gießen und Düngen sowie ein falscher pH-Wert des Substrats

Falsches Gießen und Probleme bei der Nährstoffversorgung der Pflanzen hängen eng zusammen und gehören zu den häufigsten Fehlern von Anfängern. Die Feuchtigkeit des Substrats beeinflusst nämlich die Fähigkeit der Pflanzen, Nährstoffe aufzunehmen. In einem zu nassen Substrat gelangt kein Sauerstoff an die Wurzeln, wodurch sich die Nährstoffaufnahme verlangsamt und Wurzelfäule entstehen kann. Daher sollte das Substrat zwischen den einzelnen Wassergaben immer teilweise abtrocknen. Beim Anbau im Freilandbeet ist es üblich zu gießen, sobald die oberen 3–5 Zentimeter der Erde abgetrocknet sind. Bei Töpfen können Sie die Wassermenge im Substrat durch Anheben des Topfes oder durch die Kontrolle der oberen Erdschicht feststellen, wenn es sich um große Pflanzgefäße handelt.

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Screenshot 2024-08-21 184152Der Säuregrad oder die Alkalität (pH-Wert) des Substrats beeinflusst, in welchem Maß die Wurzeln einzelne Nährstoffelemente aus dem Substrat in die Pflanzen aufnehmen können. Ist das Umfeld der Wurzeln zu sauer oder umgekehrt zu alkalisch, werden manche Nährstoffelemente nur in geringerem Maß oder überhaupt nicht aufgenommen und die Pflanzen können unter Nährstoffmangel leiden. Der optimale pH-Bereich beim Anbau in Erde und organischen Substraten (Erde, Kokoserde, Torf) liegt bei 5,5–6,5, bei Hydroponik und in inerten Substraten (Steinwolle, Perlite, Blähton) bei 5,6–6,4.

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In der vegetativen Phase fehlt den Pflanzen am häufigsten Stickstoff (N), den sie für die Bildung neuer Blätter, Wurzeln und Aminosäuren benötigen. Stickstoffmangel zeigt sich bei Pflanzen zunächst durch eine Gelbfärbung der großen Blätter in den unteren Bereichen. Die schnellste Möglichkeit, Pflanzen mit Stickstoff zu versorgen, sind mineralische Wachstumsdünger. Besser ist es jedoch, Nährstoffmangel durch regelmäßiges Düngen und eine Nährstoffversorgung zu vermeiden, die zum Standort und zur Anbaumethode passt.

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Eine verfehlte Formgebung der Pflanzen

Schema des PflanzentrainingsWenn nichts ihr Wachstum begrenzt, können Pflanzen während der vegetativen Phase unglaublich schnell wachsen. Sobald sie zu blühen beginnen, können sie außerdem noch um ein Mehrfaches in die Höhe wachsen. Besonders für Anfänger kann es daher schwierig sein einzuschätzen, wie groß die Pflanzen letztendlich werden. Ohne Eingriffe wachsen die meisten Sorten in Form eines Weihnachtsbaums mit einem Haupttrieb. Selbstblühende Sorten und niedrig wachsende Sorten bleiben etwas kleiner; nach dem Übergang in die Blüte wachsen sie ungefähr um das Eineinhalb- bis Doppelte und ihre Gesamthöhe überschreitet selten 1,5 Meter. Reine hochwachsende Sorten oder Hybriden mit einem überwiegenden Anteil entsprechender Gene können problemlos 3 und mehr Meter erreichen und sich während der Blüte sogar auf das Dreifache ihrer Länge strecken.

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Vor allem für Indoor-Grower, aber nicht nur für sie, ist es wichtig, die grundlegenden Techniken zur Formgebung von Pflanzen zu erlernen. Das Beschneiden der Spitzen ist die einfachste und häufigste Methode, um die Anbaufläche besser auszufüllen und dadurch den Ertrag der Pflanzen zu steigern. Das ist vor allem beim Anbau in Growboxen (Anbauzelten) oder in Gewächshäusern hilfreich. Mit dem Beschneiden der Spitzen können Sie beginnen, sobald die Pflanzen mindestens drei Etagen echter gezackter Blätter haben. Ebenfalls nützlich sind das Biegen, Anbinden oder Weben von Ast zu Ast (ScrOG). Unabhängig davon, für welche Technik Sie sich entscheiden, erfordern die meisten LST-Methoden, dass Sie mit dem Training der Pflanzen bereits in der vegetativen Phase beginnen.

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