Alles über Dünger: Der komplette Einkaufsratgeber für die Versorgung Ihrer Pflanzen
So finden Sie den richtigen Dünger: Der vollständige Einkaufsleitfaden für die Pflanzenernährung
Auf dem Markt finden Sie Dutzende Marken und Hunderte verschiedene Düngerarten – in flüssiger, pulverförmiger oder fester Form, organisch oder mineralisch, für unterschiedliche Wachstumsphasen und Anbaumethoden. Wie behält man dabei den Überblick und vermeidet Fehlentscheidungen? Wir haben die wichtigsten Düngerarten und praktische Tipps zusammengestellt, anhand derer Sie die richtige Pflanzennahrung für Ihre Pflanzen auswählen können.
Die wichtigsten Düngerarten nach dem Anbaumedium
Es gibt Unterschiede zwischen Düngern für den Anbau in Erde, Kokos, inerten Substraten oder in der Hydroponik. Bevor Sie Dünger kaufen, sollten Sie sich darüber im Klaren sein, in welchem Substrat und auf welche Weise Sie Ihre Pflanzen anbauen möchten. Erst danach wählen Sie die passende Art der Pflanzennahrung aus.
- Dünger für Erde: Sie eignen sich für den Anbau im Freiland (in Beeten) oder in Blumentöpfen.
- Dünger für Kokossubstrate: Anbausubstrate aus Kokosfasern enthalten von sich aus keine Nährstoffe und benötigen eine spezielle Düngung. Kokossubstrate werden in der Regel beim Indoor-Anbau oder in Gewächshäusern verwendet.
- Dünger für Hydroponik: Sie sind für die Zubereitung einer Nährlösung für substratlose Systeme oder für den Anbau in inerten Medien wie Steinwolle bestimmt.
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Dünger nach der Wachstumsphase auswählen
Von der Keimung bis zur Ernte durchlaufen Pflanzen mehrere Wachstumsphasen, und entsprechend verändern sich auch ihre Nährstoffanforderungen. In den ersten Lebenswochen benötigen sie nur wenig oder gar keine Düngung. Während der vegetativen Wachstumsphase ist eine ausreichende Stickstoffversorgung wichtig, und während der Blüte empfiehlt sich der Einsatz von Düngern mit einem erhöhten Kalium- und Phosphorgehalt.
- Startdünger-Start: Sie enthalten geringe Nährstoffmengen und häufig auch Stoffe zur Förderung des Wurzelwachstums sowie nützliche Mikroorganismen wie Mykorrhizapilze oder Bodenbakterien.
- Dünger für die Wachstumsphase-Grow: Sie enthalten einen erhöhten Stickstoffanteil, den Pflanzen für die Bildung von Blättern und Stängeln benötigen. Stickstoffdünger können rein organisch, mineralisch oder kombiniert sein. Der Stickstoff kann darin in Form von Nitraten (NO₃-) oder Ammonium (NH₄+) vorliegen, was die Aufnahmegeschwindigkeit beeinflusst und sich auf Schwankungen des pH-Werts im Substrat auswirkt.
- Blütedünger-Bloom: Sie enthalten größere Mengen an Phosphor und Kalium zur Unterstützung der Blüten- und Fruchtbildung und können wie andere Düngerarten organisch, mineralisch oder kombiniert sein.
- Dünger für die Zeit vor der Ernte-Flush: Vor allem beim Anbau von Heilpflanzen setzen manche Grower einige Wochen vor der Ernte die Düngung ab und ersetzen sie durch klares Wasser oder spezielle Spüldünger beziehungsweise Finisher. Ziel sind ein besserer Duft und Geschmack des gewonnenen Produkts.
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Organische versus mineralische Dünger
Obwohl es Pflanzen gleichgültig ist, aus welcher Quelle die von den Wurzeln aufgenommenen Nährstoffe stammen, ist der Unterschied zwischen organischen und mineralischen Düngern beim Anbau erheblich. Organische Dünger wirken nur in Gegenwart von Bodenmikroorganismen und eignen sich daher ausschließlich für den Anbau in Erden (organischen Substraten) oder in Beeten. Synthetische Dünger enthalten Mineralsalze, die Pflanzen direkt aus dem Wasser aufnehmen können, und können beim Anbau in Kokos, inerten Substraten sowie in der Hydroponik eingesetzt werden.
- Organische Dünger: Sie werden aus natürlichen Rohstoffen wie Kompost, Mist, Knochenmehl, Guano, Fisch, Meeresalgen oder Pflanzenauszügen hergestellt. Bei der Verwendung organischer Dünger sollten Sie beachten, dass es einige Zeit dauert, bis sie zu wirken beginnen.
- Mineralische Dünger: Sie enthalten Nährstoffe in Form von Mineralsalzen, die aus Phosphaten und Ammoniak gewonnen werden sowie durch die Synthese von Stickstoff aus der Luft entstehen. Sie wirken sofort, allerdings besteht bei ihnen das Risiko einer Überdüngung. Halten Sie sich daher stets an die Dosiertabellen und messen Sie den pH-Wert sowie den EC-Wert der Nährlösung.
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Die Form des Düngers: flüssig, fest oder pulverförmig?
Dünger können in verschiedenen Aggregatzuständen vorliegen – von vollständig flüssig über rieselfähig bis hin zu festen Düngern mit langsamer Freisetzung. Jede Form hat ihre Vorteile; entscheidend ist, wo und auf welche Weise Sie anbauen. Die verschiedenen Formen können sowohl organische als auch mineralische oder kombinierte Düngerarten umfassen.
- Flüssigdünger: Konzentrierte Düngerlösungen zur Zubereitung der Nährlösung sind aus Anwendersicht besonders benutzerfreundlich. Sie wirken schnell, lassen sich leicht anwenden und sind lange haltbar.
- Trockendünger: Wasserlösliche Dünger in Pulver- oder Granulatform können zur Zubereitung einer Nährlösung oder direkt auf das Substrat aufgebracht werden, sofern sie dafür geeignet sind.
- Festdünger mit langsamer Freisetzung: Dünger in Form von Pellets oder Granulat mit langsamer Freisetzung eignen sich für den Außenanbau, da sie langsamer aus der Erde ausgewaschen werden und die Pflanzen nach und nach mit Nährstoffen versorgen. Nachteilig ist, dass sie schwieriger zu dosieren sind.
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Komplexe Pflanzennahrung: Mehrkomponenten- versus Einkomponentendünger
Insbesondere bei Düngern für den hydroponischen Anbau ist es üblich, Mehrkomponentendünger zu verwenden, die in einem bestimmten Verhältnis gemischt werden, um eine ideale Nährlösung für den jeweiligen Zweck zu erhalten, beispielsweise mehr Stickstoff während der Wachstumsphase oder mehr Phosphor und Kalium während der Blütezeit. Demgegenüber stehen Einkomponentendünger, die ein bestimmtes Nährstoffverhältnis enthalten, in der Regel für eine konkrete Wachstumsphase (Wachstum/Blüte).
Nahrungsergänzungen und Stimulatoren
Neben den Grunddüngern, die für das Pflanzenwachstum notwendige Makro- und Mikronährstoffe enthalten, finden Sie in Growshops auch eine Reihe ergänzender Nährstoffe und Wachstumsstimulatoren. Diese Zusätze sind beim Anbau zwar normalerweise nicht zwingend erforderlich, viele Grower verwenden sie jedoch, um ihre Pflanzen zur Perfektion zu bringen.
- Wurzelstimulatoren: Sie beschleunigen die Wurzelbildung und werden bei der Keimung, der Stecklingsvermehrung oder dem Umpflanzen von Pflanzen eingesetzt.
- Wachstums- und Blütebooster: Sie stimulieren Pflanzen zur Bildung von Blättern oder Blüten.
- Vitalizer und Enzyme: Verschiedene Arten von Zusätzen zum Schutz der Pflanzen vor Stress und zur Förderung des mikrobiellen Lebens.
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Nun sollten Sie bereit sein, die passenden Dünger für Ihre Pflanzen zu kaufen. Bevor Sie uns jedoch verlassen, möchten wir Ihnen zum Abschluss noch einige Tipps mitgeben.
Vermeiden Sie die Kombination verschiedener Marken: Verschiedene Hersteller verwenden unterschiedliche Rezepturen, die möglicherweise nicht miteinander kompatibel sind.
Verwenden Sie ein pH- und EC-Messgerät: Die Messung des pH- und EC-Werts der Nährlösung oder des Substrats vermittelt Ihnen ein klareres Bild vom Nährstoffgehalt im Wurzelbereich.
Düngen Sie regelmäßig: Pflanzen profitieren von einer kontinuierlichen und gleichmäßigen Nährstoffversorgung. Warten Sie mit dem Düngen nicht, bis sich ein Nährstoffmangel bemerkbar macht.
Sie wissen nicht, wie Sie den richtigen Dünger auswählen sollen, oder beginnen Sie gerade erst mit dem Anbau? Nützliche Informationen für Einsteiger und erfahrene Grower finden Sie in unserem Higarden-Blog oder wenden Sie sich an unsere Verkäufer.